Wie die Bank of Japan ihre taegliche Yen-Kursreihe baut
Die Bank of Japan veroeffentlicht die Foreign Exchange Rates seit dem 4. Januar 2007 an jedem Geschaeftstag auf ihrer Website. Die Werte beruhen auf Angaben von Marktteilnehmern, und die Notenbank haelt ausdruecklich fest, dass sie Revisionen und Korrekturen unterliegen.
Das aktuelle Fenster ist kurz: Die vergangenen siebzig Geschaeftstage stehen in der Tagesliste, alles Laengere muss aus der BOJ Time-Series Data Search kommen. Dort sind die Kassakurse US-Dollar/Yen und Euro/US-Dollar um 9:00 und 17:00 Uhr JST Mittelkurse aus Geld und Brief. Euro/Yen zu diesen Zeitpunkten ist in der Suche gar nicht enthalten und muss durch Multiplikation der beiden vorhandenen Kurse abgeleitet werden. Neben der Reihe steht eine Korrekturliste, die bis zu Aenderungen an Swap- und Kassaumsaetzen in den Jahren 2022, 2023 und 2025 zurueckreicht.

Was das bedeutet
Eine veroeffentlichte Korrekturliste ist ein Merkmal, keine Peinlichkeit. Sie zeigt, dass die Reihe nach der Veroeffentlichung gepflegt wird, und erlaubt jedem, der einen Wert gespeichert hat, zu pruefen, ob seine Fassung noch die gueltige ist - genau das, was ein nachgelagertes Modell braucht und selten bekommt.
Die praktische Falle ist das Fehlen von Euro/Yen. Ein durch Multiplikation zweier Mittelkurse errechneter Kreuzkurs ist nicht dasselbe Objekt wie ein quotierter Euro/Yen-Mittelkurs: Die Geld-Brief-Spannen der beiden Beine heben sich nicht auf, und die abgeleitete Zahl traegt einen Fehler, den die quotierte nicht hat. Fuer die meisten Zwecke ist das gleichgueltig; fuer alles, was gegen die Buecher einer Gegenpartei abgestimmt wird, nicht - und die Notenbank sagt damit, welche ihrer Zahlen gemessen und welche gerechnet sind.