USA und China nennen je 30 Mrd. Dollar an Waren für mögliche Zollsenkungen
Die USA und China haben Listen von Waren veröffentlicht, die im Rahmen ihrer Handelsvereinbarung niedriger besteuert werden könnten, mit einem jährlichen Handelsvolumen von rund 30 Milliarden Dollar in jede Richtung, berichtet Euronews Business. Chinas Liste umfasst 1.619 Kategorien amerikanischer Produkte, die US-Liste 77 Kategorien chinesischer Waren. Wie stark die Senkungen ausfallen und ab wann sie gelten, hat keine Seite gesagt.
Erstellt wurden die Listen vom US-China Board of Trade, einem Gremium, das beim Besuch von Präsident Trump in Peking im Mai eingerichtet wurde, um den Handel mit Waren zu steuern, die beide Seiten für unkritisch halten. Laut Weißem Haus wollen beide Länder die Produkte mit Blick auf eine gegenseitige Zollermäßigung prüfen. US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer sagte, man habe auf jeder Seite 30 Milliarden Dollar an solchem Handel empfohlen. Die Vereinbarung baut auf einem im vergangenen Oktober in Südkorea geschlossenen Waffenstillstand auf, nachdem beide Seiten Zölle von über 100 % aufeinander erhoben hatten; Finanzminister Scott Bessent bestätigte, dass dieser von November bis zum 10. Januar verlängert wurde.
Chinas Liste wird von Lebensmitteln und Agrargütern dominiert, von Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch und Meeresfrüchten bis zu Käse, Butter, Getreide, Wein und Whiskey, dazu Kohle und fast 150 Holzprodukte. Peking hat zugesagt, 2027 und 2028 jeweils mindestens 10 Millionen Tonnen US-Kohle einzuführen. Enthalten sind auch Medizingeräte wie MRT-Scanner und Herzschrittmacher, Sojabohnen dagegen nur als Saatgut. Die kürzere US-Liste konzentriert sich auf Konsumgüter, darunter Weihnachtsschmuck und Lichterketten, kleine Küchengeräte, Bettwäsche und Spielzeug ohne Funkverbindung.
Für Europa ist Schweinefleisch am stärksten betroffen. Die EU lieferte 2025 rund 1,07 Millionen Tonnen Schweinefleisch nach China, etwa ein Viertel ihrer Ausfuhren außerhalb der Union, laut im Bericht zitierten Daten von S&P Global, und unterliegt seit Dezember chinesischen Antidumpingzöllen von 4,9 % bis 19,8 %. Auf manche EU-Käse- und Sahneprodukte erhebt China Ausgleichszölle von 7,4 % bis 11,7 %.

Was das bedeutet
Eine Liste ohne Zollsätze ist eine Absichtserklärung, keine Preisänderung. Die Wirkung auf den Handel und auf europäische Exporteure hängt von Zahlen ab, die keine der beiden Regierungen bisher veröffentlicht hat.