Italiens Inflation steigt im September wegen Energie auf 4,2 %
Italiens Inflationsrate ist im September auf 4,2 % gestiegen, nach 3,3 % im August, laut vorläufiger Schätzung von Istat, über die Euronews berichtet. Der nationale Verbraucherpreisindex stieg im Monatsvergleich um 0,7 %. Das ist die höchste Rate seit September 2023, als die Jahresinflation bei 5,3 % lag.
Der Sprung geht fast vollständig auf Energie zurück, deren Preise durch die Folgen des Konflikts mit Iran steigen. Energiegüter verteuerten sich binnen Jahresfrist um 22,3 %, nach 17,1 % im August. Regulierte Energie beschleunigte sich von 18,6 % auf 25,9 %, allein im September um 5,9 %, nicht regulierte Energie von 17,0 % auf 22,2 %. Auch unverarbeitete Lebensmittel wie frisches Obst und Gemüse zogen an, von 3,8 % auf 5,5 %. Freizeit- und Kulturdienstleistungen stiegen um 2,9 %, verkehrsbezogene Dienstleistungen um 1,6 %. Istat verzeichnete zudem einen deutlichen Rückgang des Vertrauens bei Haushalten und Unternehmen.
Italien steht nicht allein: Spaniens Inflationsrate erreichte im September laut demselben Bericht wegen höherer Kraftstoffpreise 4,9 %.

Warum das wichtig ist
Für die EZB ist ein so stark auf Energie konzentrierter Angebotsschock am schwersten zu beurteilen: Er treibt die Gesamtinflation kräftig und drückt zugleich Realeinkommen und Vertrauen. Mit Italien und Spanien deutlich über 4 % stellt sich für den Euroraum die Frage, wie viel des Energiesprungs in Löhne und Kernpreise übergeht, bevor er abklingt.