Rate Brief ENDE

EZB-Lohntracker zeigt 2,8 % Tariflohnwachstum für das erste Halbjahr 2027 nach 2,3 % für 2026

Die Europäische Zentralbank hat am 4. November eine Aktualisierung ihres Lohntrackers veröffentlicht. Sie erfasst bis Mitte Oktober 2026 unterzeichnete Tarifverträge und verlängert den Horizont bis Ende September 2027.

Der Haupttracker, der Einmalzahlungen über 12 Monate glättet, zeigt ein Tariflohnwachstum von 2,3 % für 2026, auf Basis von Verträgen für 46,2 % der Beschäftigten in den teilnehmenden Ländern. Für das zweite Halbjahr 2026 liegt er bei 2,7 % bei 45,6 % Abdeckung, für das erste Halbjahr 2027 bei 2,8 % bei 31,8 %, und fällt für das dritte Quartal 2027 auf 2,4 %, bei einer noch geringen Abdeckung von 23,3 %. Ohne Einmalzahlungen steigt der Tracker von 2,6 % 2026 auf 2,8 % in den ersten drei Quartalen 2027.

Den niedrigen Wert für das erste Halbjahr 2026 erklärt die EZB mechanisch: Einmalzahlungen aus dem zweiten Halbjahr 2024 wurden im Folgejahr nicht wiederholt, was den Vorjahresvergleich drückt. Diese Effekte laufen im zweiten Halbjahr 2026 vollständig aus. Gegenüber der September-Veröffentlichung wurde der Haupttracker nach oben revidiert.

Da die Abdeckung für Ende 2027 auf weniger als einem Viertel der Beschäftigten beruht, sagt der Rückgang im dritten Quartal mehr darüber, welche Verträge schon unterschrieben sind, als darüber, wohin die Löhne gehen.

EZB-Lohntracker zeigt 2,8 % Tariflohnwachstum für das erste Halbjahr 2027 nach 2,3 % für 2026
EZB-Lohntracker zeigt 2,8 % Tariflohnwachstum für das erste Halbjahr 2027 nach 2,3 % für 2026 — Rate Brief

Was das bedeutet

Das zugrunde liegende Lohnwachstum bewegt sich eher Richtung 3 % als nach unten. Für die Zinspolitik ist ein nach oben revidierter Tracker kein Argument für Lockerung.