EZB-Verbraucherumfrage: Inflationserwartung für 12 Monate stieg im September auf 3,1 %
Verbraucher im Euroraum erwarteten im September etwas mehr Inflation, so die am 23. Oktober veröffentlichte Verbrauchererwartungsumfrage der EZB. Der Median der Inflationserwartung für die nächsten 12 Monate stieg von 3,0 % im August auf 3,1 %, der Median der wahrgenommenen Inflation der vergangenen 12 Monate von 3,5 % auf 3,6 %. Die Erwartungen für drei und fünf Jahre blieben bei 2,9 % und 2,5 %. Die Unsicherheit über den 12-Monats-Ausblick nahm leicht zu und liegt weiter über dem Niveau vor Beginn des Konflikts im Nahen Osten.
Das Wachstumsbild trübte sich ein. Die Befragten erwarteten für die nächsten 12 Monate einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,5 % nach minus 1,2 % im August und eine Arbeitslosenquote in einem Jahr von 11,3 % nach 11,0 %. Die aktuelle Quote schätzten sie auf 10,6 %, der erwartete Anstieg ist also klein. Die erwartete Nominaleinkommensentwicklung stieg leicht auf 1,1 %, die erwarteten Ausgaben auf 3,7 %.
Beim Wohnen erwarteten die Befragten 3,5 % höhere Hauspreise im nächsten Jahr nach 3,4 % und unveränderte Hypothekenzinsen von 4,9 % in einem Jahr. Mehr Haushalte berichteten von schwierigerem Kreditzugang im vergangenen Jahr und erwarteten strengere Bedingungen. Die Umfrage erfasst rund 19.000 Erwachsene in 11 Euro-Ländern, befragt vom 27. August bis 28. September. Haushalte mit niedrigem Einkommen nahmen erneut mehr Inflation wahr und erwarteten mehr als solche mit hohem Einkommen.

Was das bedeutet
Am genauesten beobachtet die EZB den Anker: Die längerfristigen Erwartungen bewegten sich nicht, Haushalte lesen den aktuellen Anstieg also offenbar als vorübergehend. Die kurzfristigen Werte driften in die andere Richtung — Haushalte erwarten nun zugleich mehr Inflation und eine schwächere Wirtschaft. Die Ergebnisse für Oktober folgen am 27. November.