Rate Brief ENDE

Rumäniens Notenbank hält 6,50 %, Inflation fällt auf 6,17 % – soll aber wieder steigen

Der Vorstand der Nationalbank Rumäniens (BNR) hat am 8. Oktober beschlossen, den Leitzins bei 6,50 % zu belassen. Die Lombardfazilität bleibt bei 7,50 %, die Einlagefazilität bei 5,50 %; die Mindestreservesätze für Verbindlichkeiten in Lei und Fremdwährung sind unverändert.

Die Inflation fiel kräftig – wie erwartet. Die jährliche Verbraucherpreisinflation sank von 10,42 % im Juni auf 8,16 % im Juli und 6,17 % im August. Die BNR führt das auf Basiseffekte zurück: Die direkten Folgen der Abschaffung des Strompreisdeckels sowie der Erhöhung von Mehrwert- und Verbrauchsteuern vor einem Jahr sind aus dem Jahresvergleich gefallen. Die bereinigte Kerninflation CORE2 ging im selben Zeitraum von 8,3 % auf 6,2 % zurück, die EU-harmonisierte HVPI-Rate von 9,2 % auf 6,3 %. Die durchschnittliche Jahresrate lag im August bei 9,5 %.

Doch die nächste Bewegung soll nach oben gehen. Laut Mitteilung wird die Jahresinflation bis Ende dieses Jahres steigen, vor allem wegen höherer Preise für Kraftstoffe, Energie und andere Rohstoffe einschließlich Agrarprodukten – vor dem Hintergrund des anhaltenden Nahost-Konflikts und der schweren Dürre dieses Jahres – sowie wegen der Entwicklung des Leu-Wechselkurses. Auf längere Sicht erwartet die BNR zunehmend deutlichen disinflationären Druck aus der schwachen Gesamtnachfrage, verbunden mit der 2025 begonnenen und in diesem Jahr fortgesetzten Haushaltskorrektur.

Rumäniens Notenbank hält 6,50 %, Inflation fällt auf 6,17 % – soll aber wieder steigen
Rumäniens Notenbank hält 6,50 %, Inflation fällt auf 6,17 % – soll aber wieder steigen — Rate Brief

Eine Wirtschaft mit Nachfragelücke. Die Wirtschaftsleistung stagnierte im zweiten Quartal, nachdem sie im ersten um 0,1 % geschrumpft war; im Jahresvergleich schwächte sich der Rückgang auf −0,4 % von −1,2 % ab. Der private Konsum sank im Jahresvergleich weiter, Handels- und Leistungsbilanzdefizit weiteten sich im zweiten Quartal wieder aus. Neuere Daten deuten laut BNR auf eine Erholung im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal hin, gestützt von der Landwirtschaft, bei schlechterem Jahresvergleich. Die ILO-Arbeitslosenquote sank im Juli und August auf 6,4 %, nach durchschnittlich 6,8 % im zweiten Quartal.

Die Märkte, wie die Bank sie beschreibt. Die Interbankenzinsen stiegen ab Ende September in mehreren Schritten, besonders deutlich in den ersten Oktobertagen. Die Renditen der Staatsanleihen legten im September kräftig zu und korrigierten Anfang Oktober größtenteils. Der Wechselkurs Leu/Euro stieg in den ersten Septemberdekaden stärker und verzeichnete Ende des Monats und Anfang Oktober einen deutlichen sprunghaften Anstieg, um danach auf dem neuen Niveau zu bleiben. Das Kreditwachstum im privaten Sektor ging im August auf 8,2 % zurück, nach 8,4 % im Juni.

Der Vorbehalt, den der Vorstand ausdrücklich nennt. Große Unsicherheiten bestünden, auch in der aktuellen innenpolitischen Lage, hinsichtlich der Maßnahmen zur Fortsetzung der Haushaltskonsolidierung über dieses Jahr hinaus, gemäß dem mit der EU-Kommission vereinbarten mittelfristigen Plan und dem Defizitverfahren. Die nächste geldpolitische Sitzung richtet sich nach dem veröffentlichten Kalender; eine Prognose für die Entscheidung gibt dieser Beitrag nicht ab.

Quelle: Nationalbank Rumäniens, geldpolitische Beschlüsse des Vorstands, 8. Oktober 2026 — https://www.bnr.ro/25929-2026-10-08-hotarari-ale-ca-al-bnr-pe-probleme-de-politica-monetara