BoJ-Meinungen: Der Rat sah eine neue Phase, als er auf 1,25 % erhöhte
Die Bank of Japan hat die Zusammenfassung der Meinungen (Summary of Opinions) ihrer geldpolitischen Sitzung vom 17. und 18. September veröffentlicht. Damals beschloss der Rat mit 7 zu 2 Stimmen, den Zielwert für den Tagesgeldsatz auf rund 1,25 % anzuheben. Die am 1. Oktober erschienene Zusammenfassung gibt die von den Mitgliedern eingereichten Ansichten wieder, ohne sie Personen zuzuordnen.
Ein anderes Ziel der Geldpolitik. Mehrere Stimmen beschreiben den Schritt als mehr als eine weitere Anhebung. Ein Mitglied erklärte, bisher sei es darum gegangen, die zugrunde liegende Inflation in Richtung 2 % zu heben; nun, da sie nahe an diesem Wert liege, gehe es darum, sie dort zu halten und ein Überschießen zu verhindern – „ein Wechsel der Phase der Geldpolitik“. Ein anderes Mitglied sagte, die Bank müsse vom Anschieben der Inflation dazu übergehen, ihre Entschlossenheit zu zeigen, ein Abweichen der Preise nach oben zu verhindern – mit flexiblen Reaktionen auf das Ausland und die Preisentwicklung, unter Berücksichtigung der Wechselkurse. Ein drittes sprach von einem „deutlichen Regimewechsel“ der Finanzierungsbedingungen in Japan, mit steigenden Inflationserwartungen und einer weltweiten Wende zu Zinserhöhungen.
Zum Tempo. Ein Mitglied stellte fest, dies sei die erste Erhöhung seit Juni, also nach drei Monaten und damit in kürzerem Abstand als zuvor, weil die Wirtschaft robuster als erwartet gewesen sei. Ein anderes sagte, die Bank solle die Zinsen weiter anheben, solange sich die Preise im Einklang mit dem 2-%-Ziel entwickeln und die Bedingungen locker bleiben – und das Tempo erhöhen, wenn sich ein Abweichen nach oben abzeichne. Ein drittes wollte den Zins relativ bald näher an sein ungefähres Ziel bringen, um Spielraum in beide Richtungen zu haben. Andere mahnten, nichts zu überstürzen: Die zugrunde liegende Inflation steige nicht so schnell, dass die Bank ins Hintertreffen gerate, sagte eines; ein weiteres riet, den neutralen Zins nicht vorab festzulegen, da Entwicklungen im Ausland ihn über frühere Schätzungen treiben könnten.
Die Gegenstimmen. Zwei Ansichten sprachen gegen die Erhöhung. Eine argumentierte, bei einer Verbraucherpreisinflation unter 2 % und einer nicht eindeutig starken Wirtschaft hätte der Zins gehalten werden sollen; die andere, Konjunktur und Preise hätten sich gegenüber früher nicht wesentlich beschleunigt.
Die Wirtschaft dahinter. Die Mitglieder beschrieben eine moderate Erholung mit gewissen Schwächen im Zusammenhang mit dem Nahen Osten. Eines betonte, die Inlandsnachfrage sei im zweiten Quartal geschrumpft und der Außenbeitrag nur positiv gewesen, weil die Importe unter Lieferengpässen sanken. Zudem berichteten Firmen, frühere Zinserhöhungen wirkten sich nur begrenzt aus. Der Vertreter des Finanzministeriums bat die Bank, ihre Absichten den Märkten sorgfältig zu erklären; der Vertreter des Kabinettsbüros, die kumulierte Wirkung bisheriger Erhöhungen genau zu prüfen.

Was das bedeutet
Einen Termin für den nächsten Schritt nennt die Zusammenfassung nicht. Sie zeigt aber einen Rat, dessen Mehrheit die Geldpolitik nun am Verhindern einer überschießenden Inflation ausrichtet statt an ihrer Erzeugung. Für Yen und japanische Anleiherenditen zählt diese Ausrichtung – samt dem ausdrücklichen Hinweis auf schnellere Schritte bei abweichenden Preisen – mehr als das Stimmenverhältnis von 7 zu 2.