BoJ beziffert Japans Produktionslücke im zweiten Quartal auf +0,55 % und das Potenzialwachstum auf 0,81 %
Die Forschungs- und Statistikabteilung der Bank of Japan hat ihre vierteljährlichen Schätzungen zu Produktionslücke, Potenzialwachstum und Arbeitsmarktindikatoren veröffentlicht, planmäßig am dritten Geschäftstag im Oktober. Die folgenden Zahlen stammen aus der Datendatei auf der Website der Notenbank.
Produktionslücke. Die BoJ schätzt die Lücke im zweiten Quartal 2026 auf +0,55 %, nach +0,36 % im ersten Quartal. Eine positive Lücke bedeutet Nachfrage über der Angebotskapazität der Wirtschaft. Die Kapitaleinsatzlücke trug +0,33 Punkte bei, die Arbeitseinsatzlücke +0,22 Punkte; im ersten Quartal lag die Aufteilung bei +0,16 und +0,20 – der Anstieg kam also vor allem vom Kapital. Im vierten Quartal 2025 hatte die Lücke bei +0,62 % gelegen.

Potenzialwachstum. Für das erste Halbjahr des Fiskaljahres 2026 (repräsentiert durch das zweite Quartal) wird das Potenzialwachstum auf 0,81 % geschätzt. Die totale Faktorproduktivität trägt 0,71 Punkte bei, der Kapitalstock 0,17, die Zahl der Erwerbstätigen 0,24, die Arbeitsstunden ziehen 0,32 Punkte ab. Seit 2023 liegt die Schätzung um 0,8 %.
Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote liegt im jüngsten Wert, für Juli, bei 2,39 %, nach 2,50 % im zweiten Quartal. Der Tankan-Index der Beschäftigungslage für alle Branchen steht im dritten Quartal bei -38: Deutlich mehr Unternehmen melden Arbeitskräftemangel als Überhang. Die Schätzung der Notenbank für die Beveridge-Relation, offene Stellen im Verhältnis zur Arbeitslosigkeit, steigt von 1,54 auf 1,63.
Wie man es liest. Die Notenbank selbst mahnt, Produktionslücke und Potenzialwachstum seien "mit einem gewissen Spielraum" zu betrachten, da die Schätzungen je nach Methode abweichen und Fehlern unterliegen. Die Arbeitsmarktindikatoren hat sie in die Veröffentlichung aufgenommen, weil Engpässe beim Arbeitsangebot Aktivität und Preise in arbeitsintensiven Branchen zunehmend prägen.