BoJ legt dar, woran sie messen will, ob die zugrunde liegende Inflation bei 2 % verankert ist
Der vollständige Text des Ausblicks der Bank of Japan zu Konjunktur und Preisen vom Oktober 2026, veröffentlicht am 2. November, enthält einen Kasten, der erklärt, wie die Notenbank entscheiden will, ob die zugrunde liegende Verbraucherpreisinflation bei rund 2 % verankert ist. Die Indikatoren deuteten derzeit auf eine zugrunde liegende Inflation hin, die im Großen und Ganzen mit dem Ziel von 2 % vereinbar sei; der Kasten beschreibt, was gelten müsste, damit man von Verankerung spricht.
Verankert heißt nach der Definition der Bank, dass die zugrunde liegende Inflation bei rund 2 % liegt und dort erwartet wird, sodass sie auch nach einem äußeren Schock kaum weit darüber oder darunter liefe. Drei Punkte will die Bank prüfen: ob sich 2 % in der Bildung der Inflationserwartungen widerspiegeln, ob sie mit dem Lohn- und Preissetzungsverhalten der Unternehmen vereinbar sind und, ergänzend, wie weit sich Gepflogenheiten verbreitet haben, die von jährlich 2 % steigenden Preisen ausgehen. Für die Erwartungen übernimmt sie ein Raster anderer Notenbanken: das Niveau der mittel- bis langfristigen Erwartungen, ihre Streuung zwischen Gruppen und ihre Reaktion auf Schocks.
Zum bisherigen Befund heißt es, der untere Rand der Fünfjahreserwartungen der Unternehmen im Tankan habe sich von rund 0 % ins Positive verschoben, und die Erwartungen der Unternehmen schienen sich bei etwa 2 % zu sammeln. Die Erwartungen der Haushalte streuten weiter relativ stark, während mehr Fachleute nun rund 2 % Inflation erwarteten. Der geschätzte Durchgriff kurzfristiger auf langfristige Expertenerwartungen habe nachgelassen, und der Abstand zu den USA beginne sich zu verringern. Bei den Löhnen habe sich der untere Rand des Zuwachses der tariflichen Monatsverdienste von 0 % ins Positive bewegt.

Was das bedeutet
Der Kasten ist eine Prüfliste, an der sich die Bank messen lassen kann: Er nennt die Größen, auf die sie schauen will, bevor sie das 2-%-Ziel für gesichert erklärt. Den eigenen Vorbehalt nennt sie gleich mit: Da die Verbraucherpreise deutlich über 2 % steigen sollen, muss sich zeigen, ob die schwächere Kopplung von kurz- und langfristigen Erwartungen hält.