BoJ-Protokoll Juli: ein Mitglied wollte 1,25 %, eines schnellere Schritte
Die Bank of Japan hat am 28. September das Protokoll ihrer geldpolitischen Sitzung vom 30. und 31. Juli veröffentlicht. Es verzeichnet ein Votum von 8:1, den unbesicherten Tagesgeldsatz bei rund 1,0 Prozent zu halten, nach einer Zinserhöhung in der Juni-Sitzung. Ratsmitglied Takata Hajime schlug eine Anhebung auf rund 1,25 Prozent vor und wurde von den übrigen acht Mitgliedern überstimmt.
Die Befürworter des Haltens nannten zwei Arten von Gründen. Ein Mitglied sagte, die Wirkung einer Zinserhöhung auf Inflation und Aktivität brauche etwa ein bis anderthalb Jahre, daher müsse die Juni-Erhöhung zunächst geprüft werden. Ein anderes verwies auf einen Verbraucherpreisindex, der kaum rasch steigen dürfte, und darauf, dass die Federal Reserve und die europäischen Zentralbanken ihre Sätze damals unverändert hielten.
Takatas Argument lautete laut Protokoll: Die Bank habe 2024 und 2025 die Zinsen im gemäßigten Tempo von zweimal pro Jahr angehoben, während andere Zentralbanken in die Gegenrichtung gingen. Da das globale Umfeld nun zu Zinserhöhungen übergehe, solle die Bank flexibel reagieren und über die Größe eines Schritts sprechen, statt an einem festen Tempo festzuhalten.
Wichtiger als das Votum ist die breitere Debatte. Viele Mitglieder sagten, die Bank gehe schrittweise von einer Politik, die die zugrunde liegende Inflation auf 2 Prozent heben soll, zu einer über, die sie bei rund 2 Prozent verankern soll. Ein Mitglied stellte fest, der Markt scheine Erhöhungen im Abstand von etwa sechs Monaten zu erwarten, und sagte, das Tempo könne schneller sein als erwartet. Ein anderes sagte, der Fokus liege nun darauf, ein weiteres Abweichen der zugrunde liegenden Inflation nach oben zu vermeiden; man könne nicht mehr sagen, das Risiko des Abwartens sei gering, und das Anpassungstempo solle steigen.

Was das bedeutet
Protokolle blicken naturgemäß zurück: Dies ist eine Juli-Sitzung, zwei Monate später veröffentlicht. Ihr Wert liegt in der Begründung. Der Satz über das Risiko des Abwartens kehrt eine Formel um, mit der die Bank jahrelang Geduld begründete, und ein Ratsmitglied, das ein schnelleres Tempo als vom Markt erwartet für möglich hält, ist ein Signal, das Märkte in die nächsten Entscheidungen hineinlesen. Wann die nächste Erhöhung kommt, sagt das Protokoll nicht; es zeigt, dass das Argument für mehr Tempo schon im Juli vorgetragen wurde.