BoJ: Japan investierte 8,4 Billionen Yen im Ausland, Ausländer zogen netto ab
Die Bank of Japan hat am 8. Oktober ihre Aufschlüsselung der Direktinvestitionen nach Regionen und Branchen für das zweite Quartal 2026 veröffentlicht. Die Tabellen zeigen Geld, das in zwei Richtungen fließt: Japanische Unternehmen investierten weiter kräftig im Ausland, während ausländische Direktinvestoren zusammengenommen mehr aus Japan abzogen, als sie hineinsteckten. Alle Zahlen stammen aus den Flusstabellen der BoJ (Einheit 100 Millionen Yen), hier in Billionen umgerechnet.
Abflüsse ins Ausland: 8,44 Billionen Yen. Nach Regionen ging am meisten nach Nordamerika, rund 3,31 Billionen Yen, gefolgt von Asien (2,26 Billionen) und Europa (1,98 Billionen); Mittel- und Südamerika kamen auf 0,51 Billionen. Innerhalb Asiens entfielen 0,95 Billionen auf die ASEAN, innerhalb Europas 1,22 Billionen auf die EU. Nach Branchen dominierte der Nicht-Industriesektor mit 6,38 Billionen Yen gegenüber 2,06 Billionen in der Industrie. Die größte Einzelzeile war Finanzen und Versicherung mit 2,80 Billionen Yen, davon rund 1,08 Billionen nach Nordamerika und 1,06 Billionen nach Asien. Es folgten Bau (0,71 Billionen, fast alles Nordamerika) und Kommunikation (0,59 Billionen, ebenfalls überwiegend Nordamerika). Eine Industriezeile lief entgegengesetzt: Transportausrüstung verzeichnete einen Nettoabfluss von rund 0,26 Billionen Yen aus Nordamerika, ausgeglichen durch Investitionen in Asien und Europa.
Zuflüsse nach Japan: netto minus 0,58 Billionen Yen. Die Direktinvestitionen nach Japan summierten sich im Quartal auf minus 0,58 Billionen Yen. Das Minus kam aus Europa (rund −0,46 Billionen; die EU allein −0,58 Billionen, teils ausgeglichen durch andere europäische Länder) und Mittel- und Südamerika (−0,37 Billionen); Nordamerika steuerte 0,24 Billionen bei, Asien leicht positiv. Nach Branchen lagen die Abzüge in der Industrie (−0,58 Billionen), vor allem Elektromaschinen (−0,30 Billionen, fast vollständig Mittel- und Südamerika zugeordnet) und Transportausrüstung (−0,27 Billionen, überwiegend Europa), sowie im Groß- und Einzelhandel (−0,33 Billionen, getrieben von Europa). Finanzen und Versicherung zogen dagegen netto 0,13 Billionen an, größtenteils aus Nordamerika.

Richtig lesen. Die Anmerkungen der BoJ enthalten drei wichtige Hinweise. Posten mit weniger als drei Meldungen werden als X unterdrückt, Branchenzeilen ergeben daher nicht die Summen. Regionalwerte sind Summen einzelner Länder, und auf Branchenebene entspricht die Weltsumme nicht immer der Summe der Regionen. Und die Tabellen verbuchen Investitionen einer Tochter in ihre Mutter als Abzug der Mutter (Richtungsprinzip); sie stimmen deshalb nicht mit den Direktinvestitionen in der japanischen Zahlungsbilanz überein, die brutto nach dem Aktiva-Passiva-Prinzip erfasst werden.
Gerade deshalb sollte man eine einzelne negative Quartalszahl bei den Zuflüssen nicht als allgemeinen Rückzug ausländischer Firmen aus Japan lesen: Ein oder zwei große Transaktionen – ein Verkauf, die Rückzahlung konzerninterner Kredite, eine Mutter, die Mittel von einer japanischen Tochter erhält – können sie erzeugen. Die Tabellen nennen die Transaktionen nicht, und dieser Beitrag spekuliert weder über sie noch über Folgen für den Yen.
Quelle: Bank of Japan, Direct Investment by Region and Industry (2nd quarter 2026), 8. Oktober 2026 — https://www.boj.or.jp/en/statistics/br/bop_06/bpdata/diiqcy.htm ; Flusstabellen — https://www.boj.or.jp/en/statistics/br/bop_06/bpdata/dif262q.xlsx