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Ein Fünftel des Treasury-Handels am Monatsende läuft jetzt um 16 Uhr

Der Handel mit US-Staatsanleihen ballt sich zunehmend um die Zeitpunkte, zu denen Anleihenindizes ihre Schlusskurse festlegen, wie ein am 22. September veröffentlichter Beitrag auf Liberty Street Economics, dem Blog der New Yorker Fed, zeigt. Am stärksten ist die Ballung am letzten Handelstag des Monats, wenn Indizes neu gewichtet werden.

Der Treasury-Markt hat keinen börsenseitig vorgeschriebenen Schluss, also bestimmen Indexanbieter, wann sie Kurse nehmen. Jahrelang war 15 Uhr Ostküstenzeit Standard. Am 14. Januar 2021 verlegte Bloomberg - einer der größten Anbieter von Anleihenindizes - den Bewertungszeitpunkt seiner Dollar-Indizes auf 16 Uhr; die Autoren verweisen auf Berichte, ein Grund sei gewesen, Abweichungen bei Fonds zu verringern, die ihre Portfolios zu 16-Uhr-Kursen bewerten müssen. Der Handel folgte. Mit BrokerTec-Daten aus dem Interdealer-Markt für die jüngst emittierten Anleihen zeigt der Beitrag, dass der Anteil des Tagesvolumens in den zehn Minuten um 15 Uhr von 2,3 Prozent 2016 auf 3,4 Prozent 2020 stieg und nach der Umstellung einbrach, während der Anteil um 16 Uhr von 2,5 Prozent 2021 auf 3,5 Prozent 2025 wuchs.

Monatsendtage verstärken den Effekt. Der Anteil um 15 Uhr stieg an diesen Tagen von 8,1 Prozent 2016 auf 12,1 Prozent 2020, der um 16 Uhr von 11,6 Prozent 2021 auf 20,4 Prozent 2025. Die halbe Stunde von 15:45 bis 16:15 Uhr machte 2025 an Monatsendtagen mehr als ein Viertel des gesamten Handels aus. Ein früherer Beitrag derselben Autoren hatte gezeigt, dass das Treasury-Volumen am letzten Handelstag des Monats rund 58 Prozent höher liegt als an anderen Tagen - eine Ballung, die im vergangenen Jahrzehnt zugenommen hat und mit besserer Liquidität einhergeht.

Ein Fünftel des Treasury-Handels am Monatsende läuft jetzt um 16 Uhr
Ein Fünftel des Treasury-Handels am Monatsende läuft jetzt um 16 Uhr — Rate Brief

Was das bedeutet

Der wichtigste Anleihenmarkt der Welt hat faktisch eine Schlussauktion bekommen, ohne dass jemand sie entworfen hätte. Passive und an Benchmarks orientierte Anlagen sind so groß geworden, dass der Moment, in dem ein Index seinen Kurs nimmt, bestimmt, wann ein großer Teil des Handels stattfindet.

Das ist für die Liquidität in diesem Moment meist gut, bündelt aber auch Risiko: Eine Störung um 16 Uhr an einem Monatsende träfe einen ungewöhnlich großen Teil der Aktivität auf einmal. Der Beitrag zeigt zudem, wie sehr Marktstruktur an der betrieblichen Entscheidung eines privaten Unternehmens hängen kann - ein einziger Indexanbieter, der seine Uhr um eine Stunde verstellte, hat den Handelstag sichtbar umgeformt.

Primärquelle
Liberty Street Economics - Federal Reserve Bank of New York
https://libertystreeteconomics.newyorkfed.org/2026/09/treasury-trading-at-the-close/