Britische Firmen erwarten 3,7 % Preis- und 3,4 % Lohnanstieg
Die Erwartungen britischer Unternehmen an Preise und Löhne haben sich im September kaum bewegt. Das zeigt das monatliche Decision Maker Panel (DMP) der Bank of England, veröffentlicht am 2. Oktober. Die Umfrage unter Finanzvorständen kleiner, mittlerer und großer Firmen lief vom 4. bis 18. September und erhielt 1.993 Antworten.
Preise. Die Firmen meldeten für die drei Monate bis September einen Anstieg ihrer eigenen Preise um 3,7 % gegenüber dem Vorjahr, unverändert gegenüber den drei Monaten bis August. Für das kommende Jahr erwarten sie weitere 3,7 %, 0,1 Prozentpunkte weniger als zuvor – also keine Verlangsamung bei den eigenen Preisen. Das DMP erfasst Unternehmen der gesamten Wirtschaft, nicht nur solche mit Endkunden.
Inflationserwartungen. Die Erwartung der Firmen für die Verbraucherpreisinflation in einem Jahr blieb bei 3,1 %, in drei Jahren bei 2,8 %. Beide liegen über dem Ziel der Bank von 2 %, und keine hat sich gegenüber August verändert.
Löhne und Beschäftigung. Das gemeldete Lohnwachstum lag unverändert bei 4,0 %. Für das kommende Jahr erwarten die Firmen ebenfalls unverändert 3,4 %, was eine Verlangsamung um 0,6 Prozentpunkte bedeutet. Die Beschäftigung sank im Jahresvergleich um 0,2 % wie schon im August; das erwartete Beschäftigungswachstum für das nächste Jahr stieg um 0,1 Punkte auf 0,2 %.
Der Energieschock. Seit April fragt das DMP, wie sich der jüngste Anstieg der Energiekosten in den kommenden zwölf Monaten auf die Firmen auswirken wird. Höhere Preise und geringere Margen bleiben die häufigsten Antworten. Im September wollten 57 % der Firmen ihre Preise erhöhen – 7 Prozentpunkte weniger als im April und 2 weniger als im August –, 7 % wollten sie senken. 70 % rechneten mit geringeren Gewinnmargen, 2 Punkte mehr als im April.
| Kennzahl (3-Monats-Durchschnitt) | August | September | |---|---|---| | Eigene Preise, letztes Jahr | 3,7 % | 3,7 % | | Eigene Preise, nächstes Jahr | 3,8 % | 3,7 % | | Inflationserwartung, 1 Jahr | 3,1 % | 3,1 % | | Inflationserwartung, 3 Jahre | 2,8 % | 2,8 % | | Lohnwachstum, letztes Jahr | 4,0 % | 4,0 % | | Lohnwachstum, nächstes Jahr | 3,4 % | 3,4 % |
Die nächste DMP-Veröffentlichung ist für den 30. Oktober angesetzt.

Was das bedeutet
Das DMP gehört zu den Messgrößen, mit denen der geldpolitische Ausschuss Zweitrundeneffekte des Energieschocks verfolgt. Die Antwort für September: Die Firmen geben Kosten weiter, wenn auch jeden Monat etwas weniger, und ihre Inflationserwartungen halten sich über dem Ziel, statt weiter zu steigen. Damit finden beide Seiten der aktuellen Debatte im Ausschuss etwas, worauf sie verweisen können – entschieden ist nichts.