Rate Brief ENDE

Bank of England erhöht den Leitzins mit 8 zu 1 Stimmen auf 4 %, ein Mitglied wollte 4,25 %

Der geldpolitische Ausschuss der Bank of England hat auf seiner Sitzung bis zum 4. November mit 8 zu 1 Stimmen beschlossen, den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 4 % anzuheben, wie Zusammenfassung und Protokoll vom 5. November zeigen. Das abweichende Mitglied wollte eine Erhöhung um 0,5 Punkte auf 4,25 %. Die nächste Entscheidung steht am 17. Dezember an.

Der Ausschuss begründet den Schritt mit der Energie. Der Konflikt im Nahen Osten dauere nun neun Monate, die globalen Energiepreise seien von bereits hohem Niveau weiter gestiegen. Die britische Verbraucherpreisinflation stieg im September auf 3,5 % und soll bis Mitte nächsten Jahres auf rund 5 % klettern, bevor sie wieder sinkt, wenn der Energieeffekt aus den Jahresraten fällt. Laut Protokoll trugen direkte Energieeffekte rund einen Prozentpunkt zur Septemberrate bei, vor allem über Kraftstoffe; in den 15 Arbeitstagen bis 27. Oktober kostete der Front-Monat Brent im Schnitt 108 Dollar je Barrel und britisches Gas 216 Pence je Therm, 38 % und 81 % mehr als zum Zeitpunkt des Juli-Berichts.

Der Ausschuss schreibt, es gebe weiterhin wenig Belege für Folgeeffekte auf andere Preise und Löhne, doch der aufgestaute Inflationsdruck rechtfertige nun einen höheren Zins; zudem seien die Konjunkturdaten zuletzt meist stärker ausgefallen als erwartet. Die Geldpolitik folge keinem festen Pfad, man beobachte Lohnentwicklung, Preissetzung und freie Kapazitäten, um zu beurteilen, ob sich die hohen Energiepreise breiter ausbreiten.

Bank of England erhöht den Leitzins mit 8 zu 1 Stimmen auf 4 %, ein Mitglied wollte 4,25 %
Bank of England erhöht den Leitzins mit 8 zu 1 Stimmen auf 4 %, ein Mitglied wollte 4,25 % — Rate Brief

Was das bedeutet

Eine Erhöhung, solange Zweitrundeneffekte noch weitgehend fehlen, ist ein vorbeugender Schritt. Die eine Stimme für 50 Basispunkte zeigt, wohin der Druck im Ausschuss geht, falls Löhne oder Preise der Energie folgen.