Datenchef der Bank of England Ben Martin: erst die Cloud-Datenplattform, dann KI
Ben Martin, Chief Data Officer der Bank of England, hat in einer Rede auf der DAMA Data and AI Conference Europe beschrieben, wie die Bank ihren eigenen Umgang mit Daten, Analytik und KI verändert; die Bank veröffentlichte die Rede am 4. November. Martin, der die Rolle vor knapp einem Jahr nach Stationen in den Bereichen Volkswirtschaft, Märkte und Aufsicht übernahm, wollte nicht über die Folgen der KI für die Wirtschaft sprechen, sondern darüber, was sie für die Bank als Organisation bedeutet.
Er ordnete die Arbeit in die vor einigen Jahren veröffentlichte Daten- und Analytikstrategie der Bank ein: drei Missionen, darunter Datenlücken schließen und sichere Innovation einschließlich KI ermöglichen, auf zwei Fundamenten, einer modernen Cloud-Datenplattform und Investitionen in Veränderung, Fähigkeiten und Kultur. Seine Kurzformel waren drei Verben: befähigen, ausstatten, stärken.
Die Plattform, EDP genannt, ist das zentrale cloudbasierte Daten- und Analytiksystem der Bank. Sie soll makroökonomische und Marktdaten von Partnern sowie die aufsichtlichen und statistischen Meldungen der Finanzfirmen zusammenführen und eingehende Daten in vertrauenswürdige, wiederverwendbare Bestände verwandeln. Der Kern wurde in diesem Jahr eingeführt, Datendienste und Systeme werden nun schrittweise migriert und ersetzen Altsysteme. Martin betonte das Wort Unternehmen: Für einen Zweck erhobene Daten haben oft anderswo Wert, deshalb baut die Bank gemeinsame Fähigkeiten statt getrennter Systeme.
Zur Governance sagte er, KI mache Schlagzeilen, laufe aber auf Daten. Die Bank hat eine organisationsweite Datenmanagement-Richtlinie und einen Rahmen für Eigentümerschaft und Verwaltung; Datenverantwortliche in allen Bereichen betreuen mehr als 2.000 registrierte Datenbestände, und die Mitarbeitenden erhalten KI-Werkzeuge mit Leitplanken und Schulung.

Was das bedeutet
Für Firmen, die an die Bank melden, ist die Plattform der Ort, an dem ihre Meldungen landen. Eine Notenbank, die Aufsichts- und Marktdaten leichter verknüpft, kann den meldenden Firmen genauere Fragen stellen.