Portugal unterzeichnet TAP-Vertrag mit Lufthansa über bis zu 49,9 %; EU-Freigabe 2028
Portugals Regierung hat am 3. November den Vertrag über den Verkauf von TAP-Anteilen an die Lufthansa unterzeichnet und damit die am 14. Oktober angekündigte Teilprivatisierung formalisiert, berichtet Euronews. Lufthansa bot 1,201 Mrd. Euro für bis zu 49,9 % des Kapitals der Airline, wovon 5 % vorzugsweise an Beschäftigte gehen sollen. Der Staat behält 51 % und die Mehrheit im Verwaltungsrat.
Die Zeremonie fand auf dem TAP-Campus am Flughafen Lissabon statt, mit Ministerpräsident Luís Montenegro, Finanzminister Joaquim Miranda Sarmento und Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Montenegro sagte, der Deal sichere die strategischen Interessen des Landes und bewahre Identität und Marke von TAP. Spohr sagte, „TAP wird eine portugiesische Airline bleiben“, und Lufthansa wolle Lissabon zu einem ihrer Drehkreuze entwickeln; Porto, Funchal, Madeira und die Algarve seien ebenfalls Teil der Strategie, dazu der Zugang zu Märkten in Afrika und Lateinamerika, vor allem Brasilien.
Abschluss und Eingliederung in den Lufthansa-Konzern hängen nun von einer Prüfung durch die Europäische Kommission ab. Die Regierung erwartet die Freigabe aus Brüssel im ersten Halbjahr 2028; bis dahin wird die Airline unabhängig geführt, unter Aufsicht der Lufthansa.

Was das bedeutet
Mit der Unterschrift stehen Preis und Bedingungen fest; der lange Teil ist die Wettbewerbsprüfung. Mehr als ein Jahr lang ist TAP in einem Zwischenzustand, noch eigenständig geführt, aber schon an einen Käufer gebunden, und das prägt, wozu sie sich bei Strecken und Flotte verpflichten kann.