RBA erhöht den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,85 % und verschiebt ihre Inflationsprognose
Der geldpolitische Rat der Reserve Bank of Australia hat am 3. November beschlossen, das Ziel für den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,85 % anzuheben. Laut Erklärung bleibt die Inflation hoch und breit angelegt, und die aktualisierten Prognosen der Notenbank heben den Inflationsausblick deutlich an.
Der Rat nennt mehrere Gründe. Ein Teil sind höhere Treibstoff- und Rohstoffpreise im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten, zugleich gelten die inländischen Kapazitätsengpässe als etwas stärker als angenommen. Investitionen im Zusammenhang mit KI treiben die Preise technologienaher Güter rasch nach oben, und Gespräche mit Unternehmen zeigen, dass viele unter Kostendruck stehen und ihre Preise erhöhen oder erhöhen wollen. Die Inflation soll nun im kommenden Jahr über 3 % bleiben und die Obergrenze des Zielbands von 2 bis 3 % erst Ende 2027 erreichen, rund drei Quartale später als zuvor prognostiziert. Einige Messgrößen der Inflationserwartungen seien zuletzt gestiegen, und das Risiko, dass sich höhere Erwartungen verfestigen, nehme zu.
Die Erklärung hält auch die Kosten der diesjährigen Erhöhungen fest: Die Finanzierungsbedingungen haben sich verschärft, die Wirtschaft verlangsamt sich, die Immobilienpreise sind deutlich gefallen, die Arbeitslosigkeit ist gestiegen. Die Notenbank erwartet ein weiter nachlassendes Wachstum, schwächere Wohnbauinvestitionen und Konsumausgaben und einen stärkeren Anstieg der Arbeitslosenquote als in der Prognose vom August, während Unternehmensinvestitionen, auch in Rechenzentren, kurzfristig stärker zulegen.

Was das bedeutet
Die RBA strafft in eine sich abkühlende Wirtschaft hinein, weil sie das größere Risiko bei den Inflationserwartungen sieht und nicht beim Wachstum. Die eigenen Prognosen machen den Preis offen sichtbar: Inflation im Zielband erst Ende 2027, mit höherer Arbeitslosigkeit auf dem Weg dorthin.