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Ungarns Notenbank senkt ihr Inflationsziel ab 2028 auf 2,5 Prozent

Der Monetary Council der Magyar Nemzeti Bank hat den Leitzins in seiner Sitzung am 22. September bei 5,50 Prozent belassen, der Einlagen- und der Kreditsatz über Nacht blieben bei 4,50 und 6,50 Prozent. In derselben Erklärung kündigte die Notenbank eine Änderung ihres Rahmens an: Ab dem 1. Januar 2028 beträgt das Inflationsziel 2,5 Prozent. Eine eigene Hintergrundanalyse, veröffentlicht als Sonderthema des Inflationsberichts vom September, hält fest, dass das symmetrische Toleranzband von plus/minus einem Prozentpunkt um das Ziel unverändert bleibt.

Die Analyse legt die Begründung dar. Die Elemente des Rahmens entsprächen internationaler Praxis, das Niveau des Ziels liege aber höher als im Euroraum und in der Region - deshalb stand die Zahl im Mittelpunkt der Überprüfung. Notenbanken in Industrieländern streben in der Regel rund 2 Prozent an, Schwellenländer wählen oft etwas höhere Ziele, weil höhere Inflation ein Weg ist, auf dem sich ihr Preisniveau dem reicherer Länder annähert. Nach Einschätzung der Notenbank hat Ungarn diesen Weg schon weit zurückgelegt: Sein Preisniveau liegt kaufkraftbereinigt bei mehr als zwei Dritteln des Euroraum-Durchschnitts, bei Konsumgütern bei 82 und bei Dienstleistungen bei 60,6 Prozent - eine langsamere Annäherung des Preisniveaus sei daher angemessen.

Die Erklärung vom September liefert den Hintergrund in Zahlen. Die Inflation lag im August bei 1,3 Prozent, die Kerninflation bei 2 Prozent. Die Projektion der Notenbank sieht 1,8 Prozent in diesem und 3,1 Prozent im nächsten Jahr - für 2027 angehoben wegen der Energiepreise und einer Änderung der Tabaksteuer -, bevor die Inflation bis zum Ende des geldpolitischen Horizonts auf das Ziel von 2,5 Prozent fällt. Das BIP soll 2026 um 1,8, 2027 um 2,9 und 2028 um 2,8 Prozent wachsen. Der Rat hält die Beibehaltung der aktuellen Zinsen für nötig, um das Ziel nachhaltig zu erreichen, und nennt den Fiskalpfad und die Euro-Einführung als bestimmend für Ungarns Risikobewertung.

Ungarns Notenbank senkt ihr Inflationsziel ab 2028 auf 2,5 Prozent
Ungarns Notenbank senkt ihr Inflationsziel ab 2028 auf 2,5 Prozent — Rate Brief

Was das bedeutet

Ein niedrigeres Ziel ist eine Zusage, die jetzt etwas kostet: Es sagt den Märkten, dass die Notenbank künftig weniger Inflation hinnimmt als bisher, und der Rat verkündete es zusammen mit einer vorsichtigen Zinspolitik, die er mit hohen Energiepreisen und einem unsicheren Umfeld begründet. Die Erklärung stellt zudem die Verbindung zum Euro ausdrücklich her, und die Analyse nimmt Euroraum und Region als Maßstab; das Ziel näher an deren Niveau zu rücken, gehört zur selben Richtung.

Wer den Forint verfolgt, sollte zwei Termine beachten: den 7. Oktober, an dem das gekürzte Protokoll erscheint, und den Inflationsbericht im Dezember. Zum Wechselkurs sagen Erklärung und Analyse nichts, außer dass stabile Finanzmärkte, besonders der Devisenmarkt, die Verankerung der Inflationserwartungen stützen.