Elderson: EZB-Aufsicht eskaliert schneller bei offenen Befunden und vereinfacht den Rest
Frank Elderson, stellvertretender Vorsitzender des EZB-Aufsichtsgremiums, hat am 6. Oktober bei einem Panel der 17. FMA-Aufsichtskonferenz gesagt, Vereinfachung und wirksame Aufsicht seien „keine konkurrierenden Ziele“, sondern verstärkten einander.

Die zwei Hälften des Ansatzes.
- Leichter bei geringem Risiko. Bei Befunden geringer Schwere sollen Banken nun nur noch bestätigen, dass sie ausreichend gehandelt haben, um die Vorgaben einzuhalten – ohne weitere Unterlagen einzureichen.
- Härter bei hohem Risiko. Schwere Befunde und Maßnahmen, die jahrelang ohne nennenswerten Fortschritt offen bleiben, „stärken die Widerstandsfähigkeit nicht und tragen nicht zur Vereinfachung bei“. Werden wesentliche Schwächen nicht rechtzeitig behoben, setzt die EZB-Bankenaufsicht verstärkt auf „eine klare Eskalationsleiter“ eingreifenderer Instrumente.
Der genannte Werkzeugkasten. Kapitalanforderungen sowie qualitative Maßnahmen, von der Pflicht zur Stärkung des Risikomanagements bis zu Geschäftsbeschränkungen oder Zwangsgeldern. Die Aufseher müssten sie verhältnismäßig einsetzen, je nach Schwere der Schwäche, Dauer des Problems und Reaktionsbereitschaft der Bank.
Das Prinzip. „Aufsicht schafft nur dann Wert, wenn sie zu wirksamem Risikomanagement und ausreichender Deckung führt“, sagte Elderson. Deshalb seien Befunde und die folgenden Abhilfe-„Maßnahmen“ „zwei Seiten derselben Medaille“, und alle Befunde müssten „rechtzeitig und dauerhaft“ behoben werden. Die Lesart, damit würden Standards gesenkt, wies er zurück: Der Ansatz erlaube es, sich auf die wichtigsten Fragen zu konzentrieren und dort stärker einzugreifen.