Weitere EZB-Beschlüsse: digitaler Euro, Pontes-Start, neuer Rahmen
Die Europäische Zentralbank hat am 2. Oktober ihre regelmäßige Übersicht über Beschlüsse des EZB-Rats jenseits der Zinsentscheidungen veröffentlicht. Mehrere betreffen den digitalen Euro und die tokenisierte Abwicklung.
Zum digitalen Euro verweist die Übersicht auf einen Aufruf vom 15. September an Händler im E-Commerce und M-Commerce im Euroraum, sich am Pilotprojekt zu beteiligen – Bewerbungen bis 27. Oktober 2026 –, und einen zweiten vom 28. September an private Unternehmen und Organisationen, zu prüfen, wie die Infrastruktur des digitalen Euro ihre Innovationsarbeit unterstützen könnte, mit Frist am 9. November. Im Juli hatte die EZB Barrierefreiheitsfunktionen der App vorgestellt, die über den European Accessibility Act hinausgehen; Tests zu Bedienbarkeit und Barrierefreiheit sollen 2027 im Rahmen des Piloten beginnen.
Am 11. August billigte der EZB-Rat eine Vereinbarung für den ersten Start von Pontes, dem Dienst, der Großkundengeschäfte mit tokenisierten Vermögenswerten in Zentralbankgeld abwickelt. Sie schafft einen verbindlichen Rechtsrahmen für ein produktionsreifes System, das zugleich den Übergangscharakter dieser Phase abbildet, und enthält Bedingungen für Marktteilnehmer und Betreiber verteilter Register. Der Market Infrastructure Board empfahl, am Starttermin 21. September 2026 festzuhalten.
Am 22. September beschloss der Rat Änderungen der Rechtsakte zur Umsetzung des geldpolitischen Handlungsrahmens des Eurosystems, darunter der Leitlinie zu Bewertungsabschlägen, die ab 30. November 2026 gelten. Am 7. September billigte er die Antwort des Europäischen Systems der Zentralbanken auf die gezielte Konsultation der EU-Kommission zur Überprüfung der Verordnung über Märkte für Kryptowerte. Zudem vermerkt die Übersicht, dass fast zehn Millionen Menschen, 2,6 % der Bevölkerung des Euroraums, an der Umfrage zur künftigen Gestaltung der Euro-Banknoten teilnahmen.

Warum das wichtig ist
Nichts davon bewegt die Zinsen, doch es zeigt, wohin die institutionelle Arbeit der EZB geht: ein digitaler Euro für Privatkunden in Piloten mit Händlern, tokenisierte Großkundenabwicklung bereits live über Pontes und ein Mitspracherecht bei der Überarbeitung der EU-Kryptoregeln. Für Banken ist der 30. November das wichtige Datum, weil sich dann Bewertungsabschläge für Sicherheiten ändern.