BoE-Vertreterin Sasha Mills: Abwicklung in Zentralbankgeld für Token-Plattformen ab 2028
Sasha Mills von der Bank of England hat in einer Rede auf einem Gipfel zu digitalen Vermögenswerten, ausgerichtet von Hogan Lovells und Global Digital Finance am 1. Oktober, dargelegt, wie die Bank mit tokenisierten Märkten umgehen will. Es ist die Rede einer einzelnen Vertreterin, die den Ansatz der Bank beschreibt, keine neue Regel.
Abwicklung in Zentralbankgeld. Mills sagte, der Geldteil eines Geschäfts mit digitalen Vermögenswerten sei kein nebensächliches Detail; Zentralbankgeld bleibe das letztlich risikofreie Abwicklungsmittel und der Anker für die Einheitlichkeit des Geldes. Die Bank wolle 2028 eine Synchronisierungsfunktion in Betrieb nehmen, über die neue Plattformen Transaktionen in Zentralbankgeld abwickeln können. Getestet werde sie derzeit im Synchronisation Lab auf Grundlage von Project Meridian, wo künftige Betreiber Anwendungsfälle in einer Testumgebung entwickeln können.
Die Sandbox in Zahlen. Die Digital Securities Sandbox, gemeinsam mit der Finanzaufsicht FCA betrieben, erlaubt es Unternehmen, digitale Wertpapiere auf neuer Technik auszugeben, zu handeln und abzuwickeln und dabei Handel und Abwicklung in einer rechtlichen Einheit zu bündeln, was bisher nicht zulässig war. Die Obergrenzen liegen bei 8 bis 13,1 Milliarden Pfund für Gilts und 17 bis 28 Milliarden Pfund für Unternehmensanleihen in Pfund. Die Bank hat die zulässigen Abwicklungsmittel um Stablecoins erweitert, unter Mindestanforderungen und mit Einzelfallprüfung. Als praktischen Anstoß für das Umfeld nannte Mills DIGIT, eine digital ausgegebene Staatsanleihe in der Sandbox. Ein Fahrplan zur Tokenisierung, gemeinsam mit der FCA, soll nach einer Konsultation im Mai noch in diesem Jahr erscheinen.
Regeln für die Zukunft. Die künftige Regulierung von Zentralverwahrern und die Endgültigkeit der Abwicklung gehörten auf die Innovationsagenda, sagte sie, einschließlich der Frage, ob die Definition eines Zentralverwahrers zu neuen Geschäftsmodellen passt. Leitprinzip bleibe: gleiches Risiko, gleiches regulatorisches Ergebnis. Regeln könnten für eine andere Technik anders angewandt werden, der Maßstab sinke aber nicht. Die Regierung hat vorgeschlagen, das sekundäre Innovationsziel der Bank auf ihre Aufsicht über Zahlungssysteme auszuweiten, auch solche mit digitalen Abwicklungsmitteln; die Bank begrüßt das.
Fünf Zusagen, fünf Forderungen. Die Bank will technologieneutral bleiben und Unternehmen an gleichwertigen Ergebnissen messen; Experimente und Wachstum mit verhältnismäßigen Grenzen unterstützen; ihre Verfahren und Antwortzeiten verbessern; den Wholesale Digital Markets Champion und die Digitalstrategie der Regierung unterstützen; und mit anderen Behörden grenzüberschreitende Zersplitterung verringern. Im Gegenzug forderte Mills die Branche auf, über Machbarkeitsstudien hinauszugehen, Kapital einzusetzen, früh das Gespräch zu suchen, gemeinsam in Standards zu investieren und geschlossene Lösungen zu meiden.

Was das bedeutet
Konkret ist das Datum 2028. Solange eine tokenisierte Plattform nicht gegen Zentralbankgeld abwickeln kann, läuft ihr Geldteil über Geschäftsbankengeld oder Stablecoins, mit den entsprechenden Risiken. Ein festes Datum für einen Live-Dienst sagt Unternehmen in der Sandbox, wann diese Einschränkung entfallen kann – und die Zulassung von Stablecoins zur Abwicklung zeigt, wie die Bank die Zeit bis dahin überbrückt.