Basler Ausschuss bremst Bilanzkosmetik bei G-SIBs, beschließt maschinenlesbare Offenlegung, warnt vor KI-Hebel
Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht hat am 28. und 29. September in Indonesien getagt und am 1. Oktober eine Reihe von Entscheidungen bekannt gegeben. Sein Vorsitzender, Riksbank-Gouverneur Erik Thedéen, sagte, das Treffen habe es den Mitgliedern erlaubt, Risiken für das globale Bankensystem zu erörtern, die Arbeit an Aufsicht und Regulierung voranzubringen und eine Bilanz der Modernisierung zu ziehen.
Künstliche Intelligenz. Der finanzielle Fußabdruck des KI-Ökosystems wachse rasch, mit mehr Hebel und zunehmend verflochtenen Finanzierungsstrukturen, so der Ausschuss. Spitzen-KI könne Finanzdienstleistungen effizienter machen, aber auch operative Schwachstellen verstärken, etwa durch Cyberangriffe und gleichgerichtete Abhängigkeiten. Er vereinbarte, zu prüfen, ob die Kategorien von Verlustereignissen in seinem Rahmen für operationelle Risiken ausreichen, mit Blick auf Cyberrisiken und KI.
Getroffene Entscheidungen.
- Global systemrelevante Banken: Der Ausschuss billigte die Ergebnisse der G-SIB-Bewertung für Ende 2025, die vor Veröffentlichung der Liste 2026 an den Finanzstabilitätsrat gehen, und Änderungen am Bewertungsrahmen gegen Bilanzkosmetik, also das Anpassen der Bilanz um Meldestichtage herum. Die Änderungen sollen noch im Oktober erscheinen, zusammen mit einer Konsultation, ob grenzüberschreitende Positionen innerhalb der europäischen Bankenunion im G-SIB-Rahmen anders behandelt werden.
- Offenlegung: Er beschloss einen endgültigen Standard für maschinenlesbare Offenlegungen nach Säule 3, weil die meisten Banken sie nur als PDF veröffentlichen, die schwer zusammenzuführen und zu vergleichen sind. Veröffentlicht werden soll er um den Jahreswechsel.
- Zinsänderungsrisiko: Nachdem er Schwächen im Umgang der Banken mit dem Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch nach seinem Standard von 2016 festgestellt hat, will er im nächsten Monat zusätzliche Leitlinien für Säule 2 zur Konsultation stellen.
Laufende Arbeit. Bis Jahresende erwartet der Ausschuss ein Update zur gezielten Überprüfung seines Standards für Kryptopositionen von Banken. Zudem prüft er Aktualisierungen seiner Grundsätze für das Liquiditätsrisikomanagement von 2008, entwickelt freiwillige Aufsichtsinstrumente zu Kreditrisiko und Unternehmensführung und berichtete über eine Umfrage zu Methoden der Geldwäsche-Risikobewertung in 19 Jurisdiktionen.

Was das bedeutet
Für große Banken zählen vor allem zwei Punkte: die Änderungen gegen Bilanzkosmetik, die verändern, wie G-SIB-Aufschläge um das Jahresende gemessen werden, und die Überprüfung des Kryptostandards, die festlegt, wie viel Kapital Banken für digitale Vermögenswerte halten müssen. Beide sind terminiert, auf Oktober und Jahresende – ihre Texte lassen sich also bald prüfen.