Bank of Ghana hält 14 Prozent bei 5 Prozent Inflation unter dem Zielband
Der geldpolitische Ausschuss der Bank of Ghana hat am 24. September nach seiner 132. Sitzung einstimmig beschlossen, den Leitzins bei 14,0 Prozent zu belassen. Auffällig ist die Lücke, die bleibt: Die Gesamtinflation lag im August bei 5,0 Prozent, nach 4,6 Prozent im Juli, und damit weiterhin unter der Untergrenze des mittelfristigen Zielbands der Bank von 8 Prozent plus/minus 2 Prozentpunkte.
Die Erklärung des Ausschusses begründet, warum er nicht senkte. Die Inflation stieg im August vor allem wegen der Nicht-Nahrungsmittelpreise, die auf 6,8 Prozent kletterten, als höhere Versorgungstarife und Rohölpreise durchschlugen; die Nahrungsmittelinflation sank auf 3,0 Prozent, und das Kernmaß der Bank ohne Energie und Versorgung fiel auf 4,2 Prozent. Die Gesamtinflation soll in den nächsten Quartalen ins Zielband steigen. Als Aufwärtsrisiken nennt der Ausschuss weitere Tariferhöhungen, steigende Kraftstoffpreise und ihre Kopplung an Fahrpreise, einen stärkeren US-Dollar nach der US-Zinserhöhung sowie Folgen gestörter globaler Lieferketten; Haushaltskonsolidierung, bessere Nahrungsmittelversorgung und Wechselkursstabilität wirken entgegen. Er sah die Risiken insgesamt als ausgeglichen.
Die Inlandszahlen zeigen eine Wirtschaft mit hohem Tempo. Das reale BIP wuchs im zweiten Quartal um 6,0 Prozent. Das Kreditwachstum im Privatsektor sprang im August auf 35,5 Prozent, nach 13,3 Prozent ein Jahr zuvor, während der Satz für 91-tägige Schatzwechsel auf 5,4 Prozent von 10,3 Prozent und der durchschnittliche Kreditzins der Banken auf 15,9 Prozent von 24,2 Prozent fiel. Die Geldmenge M2 wuchs um 20,4 Prozent. Das Haushaltsdefizit der ersten sieben Monate betrug 0,2 Prozent des BIP bei einem Ziel von 1,9 Prozent, und die Bruttowährungsreserven lagen am 22. September bei 12,0 Milliarden Dollar, 4,5 Monatsimporte. Die nächste Sitzung endet am 18. November.

Was das bedeutet
Bei 5 Prozent Inflation und 14 Prozent Leitzins ist Ghanas realer Leitzins nach jedem Maßstab hoch. Der Ausschuss blickt nach vorn statt auf den aktuellen Wert: Er erwartet steigende Inflation, und eine Senkung jetzt müsste zurückgenommen werden, wenn Tarif- und Kraftstofferhöhungen so durchschlagen, wie er befürchtet.
Die Erklärung zeigt auch, wie der globale Straffungszyklus Grenzmärkte erreicht. Der Ausschuss nennt Federal Reserve, Europäische Zentralbank und Bank of Japan als Notenbanken, die die Zinsen erhöht haben, und führt einen stärkeren Dollar unter seinen Inflationsrisiken - eine Erinnerung daran, dass eine Notenbank mit niedriger Inlandsinflation ihren Spielraum für Senkungen trotzdem von außen gesetzt bekommen kann.