Bank of Canada hebt Leitzins um 25 Bp. auf 2,5 % an und hält weitere Schritte für möglich
Die Bank of Canada hat ihr Ziel für den Tagesgeldsatz am 28. Oktober um 25 Basispunkte auf 2,5 % angehoben, bei einem Bank Rate von 2,75 % und einem Einlagesatz von 2,45 %. Der Rat erklärte, weitere Anhebungen könnten nötig werden, man wolle angesichts der Unsicherheit aber behutsam vorgehen.
Begründung ist die Hartnäckigkeit der Inflation. Bei hohen Ölpreisen und Raffineriemargen liegt die Verbraucherpreisinflation seit April um 3 % und soll bis Jahresende auf etwa 3,5 % steigen. Ohne Benzin lag sie im September bei 2,2 %, die Kernraten liegen nahe 2 %, doch der Kostendruck nehme zu, und Umfragen der Bank deuteten darauf hin, dass Unternehmen im kommenden Jahr mehr davon weitergeben. Kurzfristige Inflationserwartungen von Haushalten und Firmen seien gestiegen, längerfristige gut verankert. Der Konflikt im Nahen Osten, nun im achten Monat, habe keinen klaren Lösungsweg; die Bank erwartet für 2027 im Schnitt 3 % Inflation, einen Prozentpunkt mehr als im Juli, und eine Rückkehr zu 2 % bis Mitte 2028.
Das Wachstum war stärker als erwartet: Im zweiten Quartal stieg das BIP um 3,3 %, Indikatoren deuten für das dritte auf etwa 2 %. Wegen neuer US-Zölle erwartet die Bank im vierten Quartal eine Abschwächung, dann 1 % Wachstum für 2026 und 2 % für 2027 und 2028. Die Arbeitslosenquote liegt seit Monaten bei rund 6,5 %, und die Bank sieht weiter etwas Überangebot. Die nächste Entscheidung folgt am 9. Dezember, der nächste geldpolitische Bericht am 27. Januar 2027.

Was das bedeutet
Die Anhebung ist vorbeugend: Die Kerninflation liegt nahe am Ziel, doch die Bank will verhindern, dass hohe Energiekosten auf andere Preise übergreifen, solange die Erwartungen noch verankert sind. Sie tut das bei Überangebot in der Wirtschaft und kurz bevor Zölle das Wachstum bremsen — deshalb steht „behutsam vorgehen“ direkt neben „weitere Anhebungen könnten nötig werden“.