Das ONS baut ein KI-Konto — und nennt es ausdrücklich nicht amtlich
Das Office for National Statistics hat am 21. September 2026 um 9:30 Uhr eine Methodenveröffentlichung vorgelegt: Sie beschreibt, wie das Amt ein thematisches Konto für künstliche Intelligenz in der britischen Wirtschaft aufbauen will — was ein thematisches Konto ist, welchen Weg das ONS wählt und wie sich damit die Wirkung von KI messen lässt.
Bemerkenswert ist der Satz am Ende: „These are not official statistics."

Was das bedeutet
Ein thematisches Konto soll sichtbar machen, was die Standardrechnung nicht zeigt. Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung ist nach Wirtschaftszweigen und Gütern geordnet. Etwas wie KI quert beides — gekauft von einer Bank, gebaut von einem Softwarehaus, eingebaut in eine Werkzeugmaschine. Ein thematisches Konto schneidet dieselben Daten neu um das Thema herum; für Tourismus und Umwelt geschieht das längst.
Vorerst zählt das Etikett mehr als die Methode. „Nicht amtlich" heißt: veröffentlicht zur Prüfung, nicht zur Verwendung — ohne jenes Verfahren, das eine Zahl in einer politischen Auseinandersetzung zitierfähig macht. Wer im kommenden Jahr eine KI-Zahl aus diesem Konto zitiert, sollte das Etikett mitzitieren.
Für ein Zins-Desk ist das Interesse mittelbar und trotzdem echt. Wenn über KI in Begriffen der Produktivität gestritten wird — und das wird in jeder Notenbankrede geschehen —, braucht der Streit eine gemessene Größe. Hier beginnt eine, und es lohnt zu wissen, wie sie konstruiert ist, bevor die erste Zahl kommt.
⚠ Das ist eine Methodenveröffentlichung, keine Schätzung. Ein KI-Beitrag zum BIP steht nicht darin, und wann er käme, sagt sie auch nicht.