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New York Fed: Umsatz je Beschäftigtem steigt seit 2019 um 2,2 % jährlich, Margen ziehen mit

Das Wachstum der Arbeitsproduktivität in den USA hat sich seit 2019 nach einem schwachen Jahrzehnt etwa verdoppelt, und ein Teil des Zuwachses ist in die Gewinnmargen der Unternehmen geflossen. Das geht aus einem Beitrag im Blog Liberty Street Economics hervor, den der Ökonom Jeremy Pearce von der New York Fed am 15. Oktober 2026 veröffentlicht hat.

Die Produktivitätswende. Die Produktion je Arbeitsstunde im nichtlandwirtschaftlichen Unternehmenssektor stieg laut Beitrag von 2010 bis 2019 um 1,0 % pro Jahr und von 2019 bis 2025 um 2,2 % pro Jahr. Anhand der 10-K-Berichte börsennotierter Unternehmen in der Datenbank Compustat findet Pearce dieselbe Beschleunigung auf Firmenebene: Der reale Umsatz je Beschäftigtem – Umsatz, bereinigt um Erzeugerpreise der jeweiligen Branche, geteilt durch die Beschäftigung – stieg in denselben Zeiträumen von 0,7 % auf 2,2 % pro Jahr. Die Stichprobe umfasst Industrie und Dienstleistungen von 2010 bis 2025; Landwirtschaft, Versorger, Finanzwesen, Immobilien und öffentliche Verwaltung bleiben wegen bekannter Messprobleme außen vor. „Über alle Datensätze hinweg ist der Anstieg der Arbeitsproduktivität real“, schreibt er.

Wer den Zuwachs behält. Ein höherer Umsatz je Beschäftigtem sagt noch nicht, ob das Mehr an die Beschäftigten in Form höherer Löhne geht oder bei den Firmen als breitere Marge bleibt; deshalb untersucht der Beitrag die Margen direkt. In den 2010er-Jahren waren sie flach: Die Bruttomargen wuchsen von 2010 bis 2019 um etwa 0,4 % pro Jahr, die operativen Margen kaum. Danach zogen beide an. Nach einer vom Autor als vernünftig bezeichneten Basisrechnung stieg die operative Marge von 2019 bis 2025 um mehr als 2 % pro Jahr.

New York Fed: Umsatz je Beschäftigtem steigt seit 2019 um 2,2 % jährlich, Margen ziehen mit
New York Fed: Umsatz je Beschäftigtem steigt seit 2019 um 2,2 % jährlich, Margen ziehen mit — Rate Brief

Forschung als Indikator. Unternehmen, die mit höheren Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Verhältnis zum Umsatz in den Zeitraum gingen, legten stärker zu: 10 % mehr F&E-Intensität im Jahr 2019 gingen mit rund 0,7 % höherem Wachstum des operativen Aufschlags im Zeitraum 2019–2025 einher, 0,5 % im Zeitraum 2022–2025. Eine höhere Kapitalintensität zeigte kein vergleichbares Muster. Pearce wertet das als vereinbar mit Erträgen aus immateriellen Investitionen statt aus Sachkapital und sieht einen möglicherweise wichtigen Einfluss von Technologie und immateriellen Werten auf die Aufschläge.

Was offen bleibt. Ob die steigenden Margen Ertrag umfangreicher Investitionen in immaterielle Werte oder schlicht ein Zufallsgewinn der Unternehmen sind, lässt der Beitrag offen und verweist auf künftige Arbeit. Wie bei allen Beiträgen von Liberty Street geben die Ansichten die des Autors wieder, nicht unbedingt die der New York Fed oder des Federal Reserve System.

Quelle: Federal Reserve Bank of New York, Liberty Street Economics — https://libertystreeteconomics.newyorkfed.org/2026/10/revenue-per-worker-is-up-are-firms-getting-a-larger-share/