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Metro verliert per Putin-Dekret die Kontrolle über sein Russlandgeschäft

Der deutsche Großhändler Metro AG hat am Montag, dem 28. September, die operative Kontrolle über seine russische Tochter verloren, nachdem Präsident Wladimir Putin ein Dekret zur vorläufigen Verwaltung unterzeichnet hatte, berichtet Euronews. Das Dekret überträgt die Führung des russischen Geschäfts von Metro Cash and Carry an UK Torg RUS. Metro erklärte, die Tochter formal weiter zu besitzen, die Folgen zu prüfen, und dass Torg RUS Johannes Tholey gehört, dem Chef von Metro Russland.

Das auf einer russischen Regierungsseite veröffentlichte Dekret nennt keinen Grund. Es stützt sich auf ein Dekret von 2023 gegen Unternehmen aus „unfreundlichen Staaten“, dasselbe Instrument, das bei den russischen Einheiten von Nestlé und Auchan angewandt wurde. Vorläufige Verwaltung führte früher dazu, dass lokale Eigentümer die Russlandgeschäfte von Danone und Carlsberg zu Schleuderpreisen übernahmen.

Russland ist für Metro kein Randmarkt. Der Konzern ist dort seit 2001 aktiv und betreibt 91 Großmärkte mit rund 9000 Beschäftigten. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 stieg der Umsatz in Russland in Euro um 10,3 % auf 2,14 Milliarden, rund 8,7 % des Konzernumsatzes. Metro erklärte, die Verbindungen seit 2022 abgebaut zu haben.

Der Schritt fällt in einen scharfen diplomatischen Streit. Deutschland macht Russland für einen versuchten Drohnenangriff am Flughafen Leipzig verantwortlich und schloss ein russisches Konsulat in Bonn sowie ein Kulturzentrum in Berlin; Russland schloss das deutsche Konsulat in Sankt Petersburg und weist die Vorwürfe zurück. Stefan Meister von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik sagte, die Botschaft sei, dass deutsche Firmen „noch mehr Unternehmen und Vermögen in Russland verlieren könnten“, damit die Wirtschaft Druck auf Berlin macht.

Metro verliert per Putin-Dekret die Kontrolle über sein Russlandgeschäft
Metro verliert per Putin-Dekret die Kontrolle über sein Russlandgeschäft — Rate Brief

Warum das wichtig ist

Für deutsche Unternehmen, die noch in Russland tätig sind, ist das Risiko nicht mehr ein Ausstieg mit Abschlag, sondern die Übernahme per Dekret ohne ihn. Der Fall Metro zeigt das Instrument als Hebel in einem bilateralen Streit, was jedes verbliebene deutsche Vermögen in Russland zum Teil dieses Streits macht.