M3 im Euroraum wächst mit 3,5 Prozent, Geld verlässt Sichteinlagen
Das jährliche Wachstum der weit gefassten Geldmenge M3 im Euroraum stieg im August auf 3,5 Prozent nach 3,4 Prozent im Juli, wie die Europäische Zentralbank am 25. September mitteilte; im Dreimonatsdurchschnitt bis August waren es 3,4 Prozent. Die Gesamtzahl bewegte sich kaum - ihre Zusammensetzung schon.
Das eng gefasste Aggregat M1 - Bargeldumlauf und täglich fällige Einlagen - verlangsamte sich auf 2,9 Prozent nach 3,1 Prozent, sein Beitrag zum M3-Wachstum sank von 2,0 auf 1,8 Prozentpunkte. Kurzfristige Einlagen außer Sichteinlagen wuchsen schneller, mit 4,1 nach 3,7 Prozent, und marktfähige Instrumente wie Geldmarktfondsanteile und Repos sprangen auf 7,1 Prozent nach 4,2 Prozent. Nach Einlegern wuchsen die Einlagen privater Haushalte um 2,4 Prozent (Juli: 2,6), die nichtfinanzieller Unternehmen um 4,7 Prozent (5,3), während die Einlagen von Investmentfonds ohne Geldmarktfonds leicht auf 1,8 Prozent zulegten.
Auf der Kreditseite wuchsen die bereinigten Kredite an den privaten Sektor um 4,3 Prozent nach 4,1 Prozent. Innerhalb dessen blieb das Wachstum der Kredite an Haushalte bei 3,1 Prozent, das der Kredite an nichtfinanzielle Unternehmen verlangsamte sich auf 4,2 nach 4,4 Prozent. Unter den Gegenposten von M3 trugen Forderungen an den privaten Sektor 3,4 Prozentpunkte und die Nettoauslandsposition 2,5 Punkte bei, beide mehr als im Juli, während längerfristige Verbindlichkeiten 1,9 Punkte abzogen - mehr als im Vormonat. Die Forderungen an öffentliche Haushalte schrumpften weiter, um 0,6 Prozent zum Vorjahr.

Was das bedeutet
Die Umschichtung aus Sichteinlagen in Termineinlagen und Geldmarktinstrumente ist genau das, was steigende Leitzinsen bewirken sollen. Wenn verzinste Anlagen mehr abwerfen, lassen Sparer und Finanzabteilungen ihr Geld nicht mehr auf dem Girokonto liegen - M1 verlangsamt sich, während M3 hält. Dieselbe Logik zeigt sich im größeren Abzug durch längerfristige Verbindlichkeiten, die Mittel binden, die sonst in M3 stünden.
Politisch wichtiger sind die Kreditzahlen. Die Kreditvergabe an Haushalte ist stabil, die an Unternehmen hat etwas an Tempo verloren - das passt zur jüngsten Straffung der EZB, ohne schon eine scharfe Wende zu zeigen. Ein einzelner Monat hat wenig Gewicht; aufschlussreich wird der Vergleich mit den Septemberzahlen und der nächsten Umfrage der EZB zum Kreditgeschäft, in der Banken direkt gefragt werden, ob sich die Nachfrage oder ihre eigenen Standards ändern.