Sparquote der Haushalte im Euroraum sinkt auf 14,2 %, Gewinnquote der Unternehmen steigt auf 39 %
Die privaten Haushalte im Euroraum haben im zweiten Quartal 2026 einen etwas kleineren Teil ihres Einkommens gespart. Das geht aus der ersten Veröffentlichung der vierteljährlichen Sektorkonten von Eurostat vom 2. Oktober hervor.
Haushalte. Die Bruttosparquote der Haushalte sank auf 14,2 Prozent, nach 14,4 Prozent im ersten Quartal. Eurostat führt das darauf zurück, dass der Konsum stärker stieg als das verfügbare Bruttoeinkommen, um 1,3 gegenüber 1,1 Prozent im Quartal. Die Investitionsquote der Haushalte, die vor allem Kauf und Renovierung von Wohnungen abbildet, sank von 8,4 auf 8,3 Prozent: Die Investitionen wuchsen um 0,5 Prozent, das Einkommen um 1,1 Prozent.
Unternehmen. Die Gewinnquote der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften stieg von 38,4 auf 39,0 Prozent. Die Bruttowertschöpfung wuchs um 2,0 Prozent, die Arbeitnehmerentgelte zuzüglich Produktionsabgaben abzüglich Subventionen um 1,0 Prozent. Die Investitionsquote der Unternehmen stieg von 22,5 auf 22,7 Prozent der Wertschöpfung, bei einem Investitionsplus von 2,9 Prozent.
Revisionen. Gegenüber der Veröffentlichung vom 27. Juli wurde die Sparquote der Haushalte für das erste Quartal von 14,3 auf 14,4 Prozent nach oben und die Investitionsquote von 8,5 auf 8,4 Prozent nach unten korrigiert. Bei den Unternehmen sank die Gewinnquote des ersten Quartals in der Revision von 38,6 auf 38,4 Prozent, die Investitionsquote stieg von 22,2 auf 22,5 Prozent.
Wie die Zahlen entstehen. Die Daten sind saisonbereinigt und stammen aus den europäischen Sektorkonten, die Eurostat gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank erstellt. Die Sparquote ist die Bruttoersparnis geteilt durch das verfügbare Bruttoeinkommen, bereinigt um Veränderungen der Pensionsansprüche der Haushalte; sie sinkt also immer dann, wenn die Ausgaben schneller wachsen als das Einkommen. Diese erste Veröffentlichung kommt rund 94 Tage nach Quartalsende; die endgültige, mit realem Einkommen und Konsum pro Kopf für Euroraum und EU, ist für den 28. Oktober angesetzt.

Was das bedeutet
Die Verteilung im Quartal zeigt sich in den beiden Kennzahlen: Die Haushalte gaben etwas mehr von ihren Einnahmen aus, die Unternehmen behielten einen größeren Teil dessen, was sie erwirtschafteten. Beide Bewegungen sind klein, und beide Vorquartalswerte wurden in der jüngsten Veröffentlichung revidiert. Erst die Veröffentlichung am 28. Oktober wird das Bild des zweiten Quartals festschreiben.