Eurostat-Schnellschätzung: Euroraum bei 3,8 %, Dienstleistungen bei 3,2 %
Die jährliche Inflation im Euroraum dürfte im September 2026 auf 3,8 % gestiegen sein, nach 3,2 % im August. Das zeigt die am 2. Oktober veröffentlichte Schnellschätzung von Eurostat.
Den Großteil trug die Energie. Unter den Hauptkomponenten hat Energie mit Abstand die höchste Jahresrate: 18,8 % im September nach 14,3 % im August. Dienstleistungen, der größte Posten im Warenkorb, stiegen von 3,0 auf 3,2 %. Lebensmittel, Alkohol und Tabak legten von 1,1 auf 1,4 % zu. Nur Industriegüter ohne Energie bewegten sich in die andere Richtung und gaben von 1,2 auf 1,1 % nach.
| Komponente | August | September | |---|---|---| | Energie | 14,3 % | 18,8 % | | Dienstleistungen | 3,0 % | 3,2 % | | Lebensmittel, Alkohol, Tabak | 1,1 % | 1,4 % | | Industriegüter ohne Energie | 1,2 % | 1,1 % | | Insgesamt | 3,2 % | 3,8 % |
Die Schnellschätzung umfasst den Euroraum insgesamt und seine Komponenten. Der vollständige harmonisierte Verbraucherpreisindex für Euroraum, EU und alle Mitgliedstaaten, einschließlich der Länderraten, erscheint am 16. Oktober. Seit dem 1. Januar 2026 hat der Euroraum mit Bulgarien 21 Mitglieder; Eurostat verkettet die Reihen, sodass Monate bis Dezember 2025 den Raum mit 20 Ländern abbilden und spätere Monate den mit 21.
Einordnung. Die Zahl fällt in einen geldpolitischen Zyklus, der sich bereits gedreht hat. Die Europäische Zentralbank hat in diesem Jahr erstmals seit 2023 die Zinsen erhöht und dabei auf den Preisdruck im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten verwiesen; ihre Ratsmitglieder diskutieren seit Wochen, wie weit Angebotsschocks sie noch treiben sollten. Für diese Debatte ist die Aufschlüsselung wichtig: Ein Sprung durch Energiepreise ist das eine. Dass zugleich die Inflation bei Dienstleistungen anzieht, die Löhne und Inlandsnachfrage enger abbildet, ist der Teil, auf den Notenbanker achten, wenn sie prüfen, ob sich der Schock ausbreitet.

Was das bedeutet
Für Haushalte zählt die Gesamtrate, und sie stieg binnen eines Monats um 0,6 Prozentpunkte. Für Märkte und EZB sind die aufschlussreicheren Zahlen die 3,2 % bei Dienstleistungen und das Fehlen jeder Entspannung außerhalb der Güter. Die Veröffentlichung am 16. Oktober wird zeigen, wie sich der Anstieg auf die Länder verteilt – das kann die Schnellschätzung nicht.