RBI-Vizegouverneurin: IWF sieht Indien mit 7 % vorn, Puffer der Schwellenländer schrumpfen
Die stellvertretende Gouverneurin der Reserve Bank of India, Poonam Gupta, sprach am 28. Oktober auf dem Business Standard BFSI Insight Summit in Mumbai darüber, wo Indien und andere Schwellenländer im jüngsten Ausblick des IWF stehen; die BIZ veröffentlichte die Rede am 29. Oktober.
Sie erinnerte daran, dass der World Economic Outlook vom Oktober 2026 ein globales Wachstum von 3,1 Prozent für 2026 und 3,4 Prozent für 2027 vorhersagt, unter dem Durchschnitt von 3,7 Prozent der Jahre 2000 bis 2019, dass das tatsächliche Wachstum die Prognosen des IWF aber in jedem der vergangenen drei Jahre übertraf. Die Anhebung für 2026 kam von den Industrieländern, deren Prognose um 0,4 Prozentpunkte auf 2,1 Prozent stieg, vor allem dank Technologieexporteuren wie Korea, während die Prognose für Schwellen- und Entwicklungsländer um 0,1 Punkte auf 3,7 Prozent sank. Indiens Prognose für 2026-27 wurde um 0,6 Punkte auf 7,0 Prozent angehoben, der höchste Wert unter den 21 Volkswirtschaften mit einem BIP von über 1 Billion Dollar im Jahr 2025.
Zur Frage, warum sich die Weltwirtschaft behauptet hat, zitierte sie die Erklärung des IWF: Polster von Haushalten und Unternehmen, bessere Politikrahmen und ausgleichende Kräfte. In Schwellenländern erklären unabhängigere Zentralbanken, besser umgesetzte Geldpolitik und flexiblere Wechselkurse nach Schätzung des IWF etwas mehr als die Hälfte ihrer besseren Entwicklung in globalen Risikophasen. Die nahezu vollständige Schließung der Straße von Hormus kostet das globale Wachstum 2026 nach IWF-Schätzung 0,3 Prozentpunkte, gegenüber 0,9 Punkten, wäre das Ölangebot weniger flexibel und der Energieeinsatz weniger effizient gewesen.
Indien wuchs 2025-26 um 7,8 Prozent und von April bis Juni 2026 erneut um 7,8 Prozent, getragen von privatem Konsum und Anlageinvestitionen, die um 11,9 Prozent zulegten, so stark wie nie in der neuen BIP-Reihe. Gupta verwies zudem auf die Warnung des IWF, dass die Anpassungsspielräume schrumpfen und Regierungen den genutzten fiskalischen Spielraum wieder aufbauen müssen.

Was das bedeutet
Die Rede verbindet eine starke Prognose für Indien mit einer Mahnung an alle Schwellenländer: Die Puffer, die die Schocks dieses Jahres aufgefangen haben, sind teilweise verbraucht und müssen vor dem nächsten wieder aufgefüllt werden.