Fed-Ökonomen: Chinas Revisionen verlagern die Datenlücke auf die Importe
Sechs Ökonomen des Federal Reserve Board haben am 22. September eine FEDS Note veröffentlicht, die untersucht, wie jüngste Revisionen der chinesischen Zahlungsbilanzdaten das Bild des Außenüberschusses verändern.
Hintergrund ist eine Methodenänderung von 2021. China erfasst den Handel seither nach Eigentum, entsprechend dem sechsten Zahlungsbilanzhandbuch des IWF, statt nach dem physischen Warenverkehr. Das Beispiel der Note: Ein iPhone, das in China im Auftrag von Apple gefertigt und in China verkauft wird, zählt in der Zahlungsbilanz als Nettoimport, obwohl es nie eine Grenze überquert. Nach der Änderung öffnete sich eine große Lücke zwischen den Handelsüberschüssen laut Zoll und laut Zahlungsbilanz.
Mit den Daten für das vierte Quartal 2025 nahmen die chinesischen Behörden nach Worten der Autoren historisch große Revisionen der Export- und Importdaten bis 2019 zurück vor. Netto stieg die Leistungsbilanz leicht. Auffälliger ist, wo die Lücke jetzt liegt: Die Exporte der Zahlungsbilanz rückten nahe an die Zollexporte heran, während die Differenz bei den Importen deutlich wuchs. Die Autoren weisen darauf hin, dass Eigentumsanpassungen auf der Importseite, die vom Wert in China produzierter und verkaufter Waren ausländischer Eigentümer abhängen, nicht mit Zoll- oder Partnerlanddaten überprüfbar sind.
Ersetzt man die Warenzahlen der Zahlungsbilanz durch Zolldaten, fällt Chinas Leistungsbilanzüberschuss um etwa 0,6 Prozent des BIP größer aus als gemeldet. Im External-Balance-Assessment-Rahmen des IWF ergibt das einen Renminbi, der gegenüber mittelfristigen Fundamentaldaten um rund 24 Prozent unterbewertet ist, statt 20 Prozent mit den offiziellen Daten.

Was das bedeutet
Der Streit über Chinas Überschuss war zum Teil ein Streit darüber, welcher Statistik man traut. Die Revisionen beantworten einen Einwand, denn die Exporte passen nun zu den Zolldaten, konzentrieren die verbleibende Differenz aber dort, wo Außenstehende sie am wenigsten prüfen können. Für Währungsbewertungen verschiebt allein die Wahl des Datensatzes die geschätzte Unterbewertung um vier Prozentpunkte. Die Note ist Forschung von Mitarbeitern, keine Position der Federal Reserve.