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Waller: Die Dots zeigen das Ziel, nicht das Tempo; weitere Erhöhungen erwartet

Fed-Gouverneur Christopher Waller hat am 8. Oktober in einer Rede beim Forum der türkischen Zentralbank in Istanbul erklärt, warum er die Zinserhöhung im September mittrug und wie die Fed seiner Ansicht nach das Weitere signalisieren sollte. Es sind seine persönlichen Ansichten.

Warum er umdachte. Der Offenmarktausschuss hob den Leitzins am 16. September nach neun Monaten Pause um 25 Basispunkte auf 3,75–4,00 % an, nachdem er Ende 2025 um 75 Basispunkte gesenkt hatte. Laut Waller war das keine Reaktion auf einen einzelnen Wert — den hohen August-CPI —, sondern auf Belege, die sich übers Jahr ansammelten: Der Arbeitsmarkt stabilisierte sich, die Hoffnung auf ein schnelles Ende des Nahost-Konflikts schwand und Experten warnten vor hohen Ölpreisen bis 2027, der KI-Ausbau trieb Preise für Hightech-Konsumgüter, und Handelskonflikte drohten mit neuen Zöllen. Seine Sorge gilt nun den Erwartungen: Nach bald fünfeinhalb Jahren über dem Ziel könnten Verbraucher, Anleger und Preissetzer ihre Erwartungen anheben. Die jüngsten Daten zeigen die Wirtschaft laut Waller etwa dort, wo sie im September stand: stabiler Arbeitsmarkt, Kern-PCE im August 0,25 % zum Vormonat und 3 % über zwölf Monate — seit Frühjahr 2024 zwischen 2,5 und 3,0 %.

Das Kommunikationsargument. Waller vergleicht drei Wege bei einer Straffung: nichts sagen (Märkte könnten null oder fünf Erhöhungen einpreisen), starke Forward Guidance (etwa 25 Basispunkte in jeder zweiten Sitzung — sicher, aber starr) und die von ihm so genannte „Signal-Option“: ungefähr angeben, wie weit die Zinsen in einem Zeitraum steigen dürften, aber weder Tempo noch Schrittgröße, und datenabhängig bleiben. Diese Rolle spiele heute die Summary of Economic Projections.

Waller: Die Dots zeigen das Ziel, nicht das Tempo; weitere Erhöhungen erwartet
Waller: Die Dots zeigen das Ziel, nicht das Tempo; weitere Erhöhungen erwartet — Rate Brief

Was die Dots nach seiner Lesart zeigen. 16 von 18 Teilnehmern erwarten in den beiden verbleibenden Sitzungen 2026 mindestens eine weitere Erhöhung, vier davon zwei. Acht erwarten die Zinsen Ende 2027 50 Basispunkte höher als heute. Mit Verweis auf Futures vom 7. Oktober sagte er, Märkte sähen eine Wahrscheinlichkeit von 85 % für mindestens eine Erhöhung bis Dezember und knapp 20 % für zwei, sowie knapp 80 % für mindestens zwei bis März 2027.

Sein Fazit. Kommen die Daten wie erwartet, rechnet er mit weiteren Erhöhungen, aber diese müssten nicht in aufeinanderfolgenden Sitzungen kommen, sondern in einem vertretbaren Zeitraum umgesetzt sein. Für Märkte heißt das: eine Richtung ohne Kalender — genau das Signal, für das er wirbt.

Quelle: Federal Reserve, Gouverneur Christopher J. Waller, „The Signaling Value of the Summary of Economic Projections“, 8. Oktober 2026 — https://www.federalreserve.gov/newsevents/speech/waller20261008a.htm