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Waller: Rund die Hälfte der Besuche bei der Fed-Datenbank FRED sind KI-Agenten

Fed-Gouverneur Christopher Waller hat am 1. Oktober auf der FRED Con 2026 der Federal Reserve Bank of St. Louis beschrieben, wie künstliche Intelligenz die Nutzung von FRED verändert, der öffentlichen Wirtschaftsdatenbank der St. Louis Fed – und eine Ankündigung zu den Daten des Board selbst gemacht.

Die Verkehrszahlen. FRED, von Waller als größtes öffentliches Gut bezeichnet, das die Federal Reserve je geschaffen habe, umfasst inzwischen mehr als 850.000 Datenreihen und erreichte 2025 18 Millionen einzelne Nutzer. Der Verkehr ist immer gewachsen, seit dem Aufkommen von KI aber mit rund 150 % pro Jahr, überwiegend durch KI-Agenten und Bots. Etwa die Hälfte aller Besuche stammt inzwischen von KI-Agenten, die Daten abrufen, die andere Hälfte von Menschen. Begonnen hat FRED 1961 als getippter Wochenüberblick, den der Forschungsdirektor der St. Louis Fed verschickte; Website ist es seit 1995, damals mit 865 Reihen und rund 6.000 Nutzern pro Woche.

Das benannte Problem. Laut Waller wissen die Betreiber nicht, ob KI-Agenten Daten korrekt der Behörde zuordnen, die sie erstellt hat, oder stattdessen FRED; in Tests sei es mitunter zu falschen Zuordnungen gekommen. Er nannte die bekannten Risiken erzeugter Inhalte – Halluzinationen, Verzerrungen, verborgene Annahmen, die mit Selbstsicherheit vorgetragen werden, und die Verwechslung von Korrelation und Kausalität. Die eigentliche Glaubwürdigkeit der Daten liege bei den Behörden, die sie erheben; FRED garantiere, dass sie korrekt wiedergegeben werden. In Tests hätten Agenten Diagramme und Begriffe allerdings meist zutreffend erklärt.

Was FRED unternimmt. Neu ist der FRED MCP Connector, der über das Model Context Protocol erlaubt, FRED-Daten mit einem KI-Agenten eigener Wahl zu finden und abzurufen; das Team nennt das „BYOAI“. Bisher sei FRED für menschliche Leser gestaltet worden, nun müsse die Darstellung so angepasst werden, dass ein Agent die Daten korrekt und dokumentiert weitergibt. Zudem entstehen Hilfen für Agenten im Umgang mit Wirtschaftsdaten sowie Verknüpfungen mit FRASER, dem Archiv von Fed-Dokumenten, und mit ALFRED, das Daten in ihrer ersten und in früheren Fassungen bewahrt – damit KI-Abfragen zeigen können, wie Zahlen revidiert wurden.

Außerdem kündigte Waller an, dass Nutzer, die bestimmte vom Board veröffentlichte Daten suchen, künftig zu FRED und seinen Werkzeugen geleitet werden. Welche Reihen das betrifft, sagte er nicht.

Waller: Rund die Hälfte der Besuche bei der Fed-Datenbank FRED sind KI-Agenten
Waller: Rund die Hälfte der Besuche bei der Fed-Datenbank FRED sind KI-Agenten — Rate Brief

Was das bedeutet

Die Rede sagt wenig über Zinsen und viel über die Infrastruktur wirtschaftlicher Information. Wer US-Daten mit KI-Werkzeugen abruft, sollte Wallers eigenen Punkt beherzigen: prüfen, welche Behörde eine Zahl erstellt hat und aus welcher Fassung sie stammt – denn der Agent sagt es womöglich nicht, und FRED kann bislang nicht sehen, ob er es tut.