New Yorker Fed erklärt, warum ihre Bill-Käufe seit August bei null liegen
Die Käufe von Treasury Bills zur Reservesteuerung durch die Federal Reserve stehen seit Mitte August auf null. Roberto Perli, der das System Open Market Account bei der New Yorker Fed verwaltet, erklärte die Gründe in seinen Schlussworten auf der US Treasury Market Conference am 22. September. Es seien, sagte er, seine eigenen Ansichten.
Die Handelsabteilung bemisst diese Käufe nach drei Größen: ihrer Schätzung der Reservenachfrage der Banken, ihrer Prognose des Reserveangebots und den Bedingungen am Geldmarkt. Die Nachfrage war laut Umfragen und Analysen kaum verändert. Das Angebot schon: Die Prognose wurde an die Vorgabe des Finanzministeriums angepasst, Ende Dezember weniger Geld auf dem Treasury General Account zu halten als angenommen. Das hob die erwarteten Reserven und senkte das Risiko, dass sie unter ein ausreichendes Niveau fallen. Der Geldmarkt bestätigte das: Der effektive Federal-Funds-Satz und Repo-Sätze für Staatsanleihen lagen nahe am Zins auf Reserven, im Schnitt leicht darunter - für Perli ein Zeichen, dass die Reserven im oberen Teil des ausreichenden Bereichs liegen.
Den Test sah er im Juli und August: Netto-Emissionen von Bills über rund 400 Milliarden Dollar erzeugten nur mäßigen Aufwärtsdruck auf Repo-Sätze - anders als Ende vergangenen Jahres, als diese deutlich stiegen und empfindlich auf das Bill-Angebot reagierten. Die Käufe folgten nie einem festen Kurs, betonte er: Beobachtet werden die für Oktober erwartete nächste Runde hoher Emissionen, die Ergebnisse der jüngsten Umfrage unter Finanzvorständen der Banken zur Reservenachfrage und Anzeichen von Druck am Repo-Markt. Zudem habe ein Betriebsproblem bei der DTCC Ende Juni die Reserven kurz deutlich unter die Prognose gedrückt, und der Rahmen habe diese Überraschung aufgefangen.

Was das bedeutet
Die Pause ist keine geldpolitische Wende, sondern die Technik, die auf eine andere Prognose des Kassenbestands des Finanzministeriums reagiert. Diese Unterscheidung zählt für alle, die die Bilanz der Fed als Signal lesen. Ein niedrigeres TGA bringt mehr Reserven ins Bankensystem, und die Fed lässt diesen Effekt die Arbeit tun, die sonst ihre Bill-Käufe geleistet hätten.
Beobachten sollte man den Oktober. Gehen hohe Bill-Emissionen erneut ohne steigende Repo-Sätze durch, war die Null gut gewählt; zieht der Repo-Markt an, hat die Handelsabteilung klar gesagt, dass sie die Käufe wieder aufnimmt.