Studie der New York Fed: Versicherte Hausbesitzer tragen weiter 29 % der erwarteten Schäden
Forscher der Federal Reserve Bank of New York haben am 5. Oktober im Blog Liberty Street Economics Schätzungen veröffentlicht, wie viel Risiko US-Hausbesitzer trotz Versicherung behalten.
Der Zielkonflikt. Versicherer können nicht beobachten, wie gut Eigentümer ihr Haus pflegen und schützen – das sogenannte Moral-Hazard-Problem. Verträge nutzen daher Selbstbehalte und Deckungsgrenzen, damit Eigentümer einen Teil jedes Schadens tragen. Die Autoren entwickelten ein Modell der Vertragsgestaltung und schätzten es mit Millionen von Wohngebäudeversicherungsverträgen, verknüpft mit objektbezogenen Daten zu Exposition und Katastrophenrisiko aus McDash und CoreLogic.
Die zentrale Schätzung. Hausbesitzer "in der Pflicht" zu halten, kostet Versicherer relativ wenig: Die geschätzten direkten Kosten von Moral Hazard sind gering. Doch den Haushalten bleibt erhebliches Risiko. Selbstbehalte und Deckungsgrenzen lassen sie 29 % der erwarteten Schäden selbst tragen.

Wer es trägt. Die Last ist ungleich verteilt. Versicherte mit niedrigerer FICO-Bonität sind laut Schätzung risikoscheuer, zahlen höhere Risikoprämien, verursachen höhere Moral-Hazard-Kosten und behalten mehr unversichertes Risiko; alle vier Werte sinken stetig mit steigendem FICO-Wert. Die Autoren sprechen von einem Paradox: Gerade die Haushalte, die einen Katastrophenschaden am schwersten verkraften, haben die Verträge, die sie am stärksten exponieren. Sie betonen, dass es sich um Korrelationen, nicht um kausale Schätzungen handelt. Auch in Gebieten mit höherem Extremrisiko ist das verbleibende Risiko größer.
Die Seite der Versicherer. Finanziell stärker eingeschränkte Versicherer, gemessen an ihrer risikobasierten Kapitalquote, versichern tendenziell riskantere Objekte und kassieren höhere Risikoprämien in Dollar; der Anteil der Risikoprämie an der Gesamtprämie ist aber in etwa gleich. Die Autoren deuten das so, dass eingeschränkte Versicherer riskanteren Objekten zugeordnet sind, statt einfach höhere Margen zu verlangen.
Für Kreditgeber und Politik heißt das: Ein versichertes, finanziertes Haus ist kein vollständig geschützter Vermögenswert – fast ein Drittel der erwarteten Schäden bleibt beim Haushalt.