Jefferson sieht Inflationsrisiken, Renditen seit Zinserhöhung gestiegen
Fed-Vizechef Philip Jefferson sagte am 1. Oktober, er sehe Aufwärtsrisiken bei der Inflation, die das Ziel der Fed von 2 % seit mehr als fünf Jahren übertrifft, während er die Risiken für Wachstum und Beschäftigung als etwa ausgeglichen betrachte. Er sprach an der Darden School of Business der University of Virginia, an der er promoviert hat.
Jefferson beschrieb eine Wirtschaft, die von rascher Einführung künstlicher Intelligenz, Geopolitik und Demografie geprägt und von einer Kaskade von Schocks getroffen wird: einem Energieschock, einem massiven Ausbau der KI-Infrastruktur und erheblichen Änderungen der Handelspolitik. Das BIP wuchs im ersten Halbjahr mit einer Rate von 2,4 %, und er erwartet kurzfristig etwa dasselbe Tempo, gestützt vor allem durch KI-Investitionen. Die Arbeitslosenquote sank im August auf 4,1 %, ein Niveau nahe der Vollbeschäftigung, und das Verhältnis offener Stellen zu Arbeitslosen liegt wieder über eins.
Bei den Preisen sei Energie, darunter Benzin und Diesel, der Haupttreiber des jüngsten Anstiegs der Gesamtinflation; er sei weiterhin besorgt, dass höhere Energiepreise zu einem anhaltend breiteren Preisanstieg führen könnten. Kerndienstleistungen ohne Wohnen steigen trotz nachlassenden Lohnwachstums, und KI-bezogene Nachfrage treibt die Preise für Kerngüter. Kurzfristige Umfragemaße der Inflationserwartungen sind erhöht, die meisten längerfristigen bleiben mit 2 % vereinbar.
Jefferson unterstützte die Entscheidung des Vormonats, das Zielband für den Leitzins um einen Viertelpunkt auf 3¾ bis 4 % anzuheben, als wichtigen Schritt, um die längerfristigen Erwartungen zu verankern. Zum weiteren Kurs legte er sich nicht fest: Künftige Anpassungen sollten von Daten, Ausblick und Risikobilanz abhängen. Seit der Sitzung im September seien die Renditen über die gesamte Laufzeitenkurve weiter gestiegen, ein Zeichen, dass Anleger den Ausblick neu bewerten; er und seine Kollegen müssten zu einem eigenen Urteil kommen, was mehr Zeit brauchen könne.

Warum das wichtig ist
Der Vizechef stellte sich hinter die Erhöhung, ohne eine weitere anzudeuten. Der Hinweis auf den weiteren Renditeanstieg seit September und auf mehr Zeit für das Urteil lässt sich als Grund lesen, abzuwarten, wie viel Straffung die Märkte schon übernommen haben.