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Cook: KI treibt die Inflation jetzt und dämpft sie womöglich erst später

Fed-Gouverneurin Lisa Cook hat am 28. September auf der Oakland Tech Week dargelegt, wie sie künstliche Intelligenz im Hinblick auf das doppelte Mandat der Fed einordnet. Ihr Fazit für die kurze Frist war deutlich: KI scheint zusätzlichen Inflationsdruck zu erzeugen und die Rückkehr der Inflation zum Ziel von 2 % hinauszuzögern.

Cook unterschied zwei Arten von Druck. Die Preise für KI-nahe Güter wie Chips, Computer und Software sind stark gestiegen, doch vieles davon beschrieb sie als Nachfrageverlagerung in einen Sektor, die sich mit der Anpassung des Angebots von selbst auflösen dürfte und die die Geldpolitik nicht bekämpfen sollte, weil ihre Instrumente für einzelne Sektoren zu grob sind. Sorge bereitet das Übergreifen: Investitionen in Rechenzentren beanspruchen Bauarbeit und Energie, die in der ganzen Wirtschaft genutzt werden, von angekündigten Plänen über rund 2 Billionen Dollar ist erst ein kleiner Teil ausgegeben, und KI-getriebene Kursgewinne scheinen in den Konsum der Haushalte zu fließen. Als mögliche Zeichen der Ausbreitung nannte sie Strom- und Wasserkosten, die im vergangenen Jahr jeweils um rund 5 % gestiegen sind.

Auf der anderen Seite erwartet sie, dass Produktivitätsgewinne binnen weniger Jahre eine leichte Disinflation bringen, aber nicht rechtzeitig, um den für später in diesem Jahr erwarteten Druck auszugleichen. Die Entlastung sei begrenzt, weil höhere Produktivität über erwartete Löhne, Renditen und Vermögen auch die Nachfrage steigert. Am Arbeitsmarkt sieht sie bislang wenig Anzeichen eines KI-Umbaus, Arbeitslosigkeit und Entlassungen seien niedrig, verwies aber auf schwächere Nachfrage beim Programmieren und Simultandolmetschen und eine schwierigere Jobsuche für Absolventen. Stiege die Arbeitslosigkeit wegen fehlender passender Qualifikationen, hätte die Fed nur begrenzte Mittel.

Cook bestätigte, dass sie mit dem übrigen FOMC für die Anhebung um 25 Basispunkte auf der Septembersitzung gestimmt hat. Sie nannte eine geschätzte Gesamtinflation von 3,8 % in den zwölf Monaten bis August, eine Kerninflation von 3,4 % und eine Arbeitslosenquote von 4,1 % im August.

Cook: KI treibt die Inflation jetzt und dämpft sie womöglich erst später
Cook: KI treibt die Inflation jetzt und dämpft sie womöglich erst später — Rate Brief

Was das bedeutet

Die Rede liefert ein Raster, das sich an den Daten prüfen lässt: sektorale Preise, die von selbst abklingen sollten, und breite Preise, die das nicht tun. Die Messpunkte, die sie nannte, Versorgerkosten und Kerngüter, zeigen, welche der beiden Seiten gerade überwiegt.

Geschrieben von Victoria Shinder.