Ägyptens Zentralbank belässt den Einlagensatz bei 19 Prozent
Der geldpolitische Ausschuss der Central Bank of Egypt hat seine Leitzinsen am 24. September unverändert gelassen. Der Satz für Übernachteinlagen bleibt bei 19,00 Prozent, der für Übernachtkredite bei 20,00 Prozent, der Satz des Hauptrefinanzierungsgeschäfts und der Diskontsatz bei 19,50 Prozent.
Die inländischen Daten der Erklärung deuten auf Entspannung. Die Gesamtinflation sank im August auf 14,5 Prozent, vor allem wegen nachlassender Nahrungsmittelpreise, die höhere Stromtarife und Mieten ausglichen; die Kerninflation blieb mit 14,9 Prozent stabil. Die Monatsraten lagen im Juni bei minus 0,4, im Juli bei 0,0 und im August bei 0,1 Prozent. Weil diese Werte günstiger ausfielen als erwartet, senkte die Notenbank ihre Inflationsprognose gegenüber der Sitzung im August: Sie erwartet nun, dass sich die Gesamtinflation im dritten Quartal im Durchschnitt stabilisiert und dann allmählich in Richtung ihres Ziels von 7 Prozent, plus/minus zwei Prozentpunkte, in der zweiten Jahreshälfte 2027 zurückgeht.
Das Wachstum hat sich abgeschwächt. Das reale BIP stieg im zweiten Quartal 2026 um 4,7 Prozent nach 5,0 Prozent im ersten, was die Erklärung vor allem den regionalen Spannungen zuschreibt; im Fiskaljahr 2025/26 lag das Wachstum im Schnitt bei 5,1 Prozent und soll 2026/27 in etwa auf diesem Niveau bleiben. Die Produktion liegt unter dem Potenzial und soll in der zweiten Hälfte 2027 die volle Auslastung erreichen; kurzfristig sieht der Ausschuss daher wenig Preisdruck von der Nachfrageseite.

Was das bedeutet
Die Notenbank will ihre Disinflation absichern, statt sie auszugeben. Bei fallender Inflation und gesenkter eigener Prognose wäre eine Zinssenkung mit den Inlandsdaten leicht zu begründen gewesen. Stattdessen bezeichnet die Erklärung die derzeitige Straffheit als Puffer und nennt die Risiken, die er abfangen soll: erneute regionale Feindseligkeiten, die Weitergabe von Konsolidierungsmaßnahmen wie Tariferhöhungen sowie internationale Nahrungsmittel- und Energiepreise, die länger hoch bleiben könnten.
Die Vorsicht spiegelt den verbleibenden Abstand. Selbst mit 14,5 Prozent liegt die Inflation deutlich über der Obergrenze des Zielbands von 9 Prozent, und die eigene Prognose der Notenbank erreicht das Band erst in der zweiten Jahreshälfte 2027. Wer das Pfund verfolgt, findet in der Erklärung implizit den realen Leitzins: 19 Prozent Einlagensatz gegen 14,5 Prozent Inflation ergeben rund 4,5 Prozentpunkte. Der Ausschuss will seine Ausrichtung weiter anhand der Entwicklung, der Prognose und der Risikolage prüfen und ist bereit, alle verfügbaren Instrumente einzusetzen.