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Wenn die Notenbank zurücktritt, muss jemand anderes die Schulden halten

Zwei Veröffentlichungen von Notenbanken aus den vergangenen zwei Wochen, aus sehr unterschiedlichen Volkswirtschaften, kreisen um dieselbe Frage: Wer hält am Ende die andere Seite der Bilanz?

In Japan zeigt die vorläufige Finanzierungsrechnung der Bank of Japan für das zweite Quartal den Anteil der Notenbank an Staatsanleihen und Schatzwechseln Ende Juni bei 41,16 Prozent, nach 47,90 Prozent Ende 2023. Banken erhöhten ihren Anteil auf 14,88 Prozent von 12,51 Prozent ein Jahr zuvor, öffentliche Pensionsfonds auf 6,71 Prozent von 5,27 Prozent, und private Haushalte - lange fast abwesend - auf 1,92 Prozent, fast doppelt so viel wie vor zwei Jahren. Dieselben Daten zeigen ein um 11,0 Prozent gestiegenes Geldvermögen der Haushalte, mit nahezu unveränderten Einlagen und deutlich höheren Beständen an Aktien und Investmentfonds.

In Indien argumentiert ein Artikel im September-Bulletin der Reserve Bank, dass ein Verhältnis von Krediten zu Einlagen über 80 Prozent für sich kein Zeichen dafür ist, dass Banken über ihre Finanzierung hinaus Kredite vergeben. Einlagen entstünden, wenn Banken Kredite vergeben; sie seien kein Becken, das erst gefüllt werden muss.

Wenn die Notenbank zurücktritt, muss jemand anderes die Schulden halten
Wenn die Notenbank zurücktritt, muss jemand anderes die Schulden halten — Rate Brief

Der gemeinsame Faden

Beide handeln vom Übergang von einer Finanzierungsstruktur zur nächsten. Japan hatte ein Jahrzehnt lang die Notenbank als Käufer letzter Instanz für Staatsschulden; zieht sie sich zurück, brauchen die Anleihen private Eigentümer, und die verlangen eine Rendite, die ihr Risiko widerspiegelt. Indiens Banken finanzieren schnelles Kreditwachstum teils über aufgenommene Mittel statt über Einlagen, und die Autoren der RBI halten das für tragfähig, solange Kapital, Liquidität und Rentabilität stimmen.

Keiner der Übergänge ist an sich ein Problem. Beide hängen an einem Preis. In Japan ist es die Rendite, zu der Banken, Pensionsfonds und Haushalte einen größeren Teil der Schulden halten wollen - deshalb zählt die Finanzierungsrechnung für eine Notenbank, die gerade ihre Leitlinie für den Tagesgeldsatz auf rund 1,25 Prozent angehoben hat. In Indien sind es die Kosten der Finanzierung außerhalb der Einlagen, die die Lücke gefüllt hat.

Worauf zu achten ist

Die japanischen Anteile beruhen auf Marktwerten, bewegen sich also mit den Kursen ebenso wie mit Käufen, und die Finanzierungsrechnung ist vorläufig. Der indische Artikel gibt die Sicht der Autoren wieder, nicht die der RBI. Zusammen zeigen sie aber, wohin man jeweils schauen sollte: in Japan darauf, wer bei jeder Auktion kauft, während die Notenbank zurücktritt; in Indien auf Kosten und Laufzeit der aufgenommenen Mittel, die jetzt neben den Einlagen stehen.