Riksbank und BoJ erhöhen wegen importierter Inflation, die der Kern noch nicht zeigt
Zwei Notenbankdokumente im Abstand eines Tages beschreiben dieselbe Entscheidung unter Druck. Am 4. November hob die Riksbank ihren Leitzins auf 2 % an und hielt weitere Schritte für wahrscheinlich, obwohl das Maß, das sie für die beste Annäherung an die Kerninflation hält, im September bei 1,6 % lag, etwas unter den Erwartungen. Am 5. November veröffentlichte die Bank of Japan das Protokoll ihrer September-Sitzung, in der sie den Zins mit sieben zu zwei Stimmen auf rund 1,25 % anhob.
Beide begründen die Straffung mit dem, was kommt, nicht mit dem, was gemessen ist. Die Riksbank verweist auf Lieferstörungen durch den Krieg im Nahen Osten, höhere Energiepreise und eine schwächere Krone und erwartet CPIF- und Kerninflation nächstes Jahr über 2 %. Die Mehrheit der BoJ nannte Nahost, KI-bezogene Nachfrage und Wechselkursbewegungen als Bezugspunkte für den Zeitpunkt und hielt die Finanzierungsbedingungen für weiter expansiv.
Das japanische Protokoll hält auch den Einwand deutlich fest. Asada Toichiro stimmte dagegen, weil der Verbraucherpreisindex ohne frische Lebensmittel zuletzt um weniger als 2 % gestiegen sei, die Wirtschaft also nicht unbedingt stark sei. Sato Ayano sah keine wesentliche Beschleunigung von Konjunktur und Preisen. Es sind dieselben Fakten, die in der Mitteilung der Riksbank stehen, das Kernmaß unter dem Ziel, nur ohne Gegenstimme in der Erklärung.
Der gemeinsame Faden ist ein Angebotsschock, der Gesamtpreise und Erwartungen hebt, bevor er im Kern auftaucht, verstärkt durch Wechselkurse. Wer auf den Kern wartet, riskiert zu spät zu handeln; wer auf Prognosen handelt, riskiert, in Schwäche hinein zu straffen, genau das Risiko, das beide Banken nennen.

Was das bedeutet
In Stockholm wie in Tokio trägt inzwischen die Prognose die Zinsentscheidung. Das Riksbank-Protokoll am 10. November zeigt, ob dort jemand das Argument von Asada vorgebracht hat.