Japans Haushalte: Preissorgen geringer als im Juni, der Pessimismus bleibt
Die Bank of Japan hat am 13. Oktober 2026 die Ergebnisse ihrer 107. Umfrage zu Ansichten und Verhalten der Bevölkerung veröffentlicht. Befragt wurde per Post und Internet vom 3. August bis 4. September; von 4.000 Personen ab 20 Jahren antworteten 1.972 gültig. Für sich genommen sagt ein Quartal dieser Umfrage wenig. Im Vergleich mit den drei vorherigen Runden – Dezember 2025, März 2026 und Juni 2026, alle in derselben Veröffentlichung abgedruckt – zeigt sich: Der Sprung der Preissorgen im Juni bildet sich teilweise zurück, die Stimmung zur Wirtschaft erholt sich nicht.
Preise: fast einhellig, etwas weniger heftig. 95,5 Prozent sagen, die Preise seien gegenüber dem Vorjahr gestiegen (68,9 Prozent „deutlich“, 26,6 Prozent „leicht“) – praktisch so viele wie in jeder Runde seit Dezember. Verändert haben sich die Erwartungen. Im Juni erwarteten 40,5 Prozent für das kommende Jahr deutlich höhere Preise, im September 34,5 Prozent; „leicht“ stieg von 49,9 auf 54,1 Prozent. Zusammen erwarten 88,6 Prozent in einem Jahr höhere Preise, nach 90,4 Prozent im Juni und 86,0 Prozent im Dezember. Der Anteil, der unveränderte Preise erwartet, stieg von 6,7 auf 8,5 Prozent.
Wirtschaft: Der Juni-Schock ist nicht verdaut. Der Diffusionsindex zur aktuellen Lage gegenüber dem Vorjahr – „verbessert“ minus „verschlechtert“ – liegt bei −53,0, etwas besser als im Juni mit −56,7, aber deutlich unter dem März-Wert von −45,5. Am deutlichsten zeigt sich der Einbruch beim Ausblick auf ein Jahr: −36,2 nach −42,5 im Juni, gegenüber −18,5 im März und −18,3 im Dezember. Nur 6,6 Prozent erwarten eine Besserung, der niedrigste Anteil der vier Runden. Die Lage der Haushalte ist stabiler, der Index liegt bei −49,9 nach −50,2 im Juni.

Die Sichtbarkeit der Notenbank. 30,3 Prozent wissen, dass Preisstabilität zu den Zielen der Bank gehört, nach 26,2 Prozent im Dezember; vom 2-Prozent-Ziel bezogen auf den Verbraucherpreisindex wissen nur 21,9 Prozent, 45,4 Prozent haben nie davon gehört. Das Vertrauen ganz oben ist unverändert – 14,1 Prozent „Vertrauen“ im Juni wie im September –, „eher Vertrauen“ sank aber von 30,7 auf 29,4 Prozent; zusammen ist das mit 43,5 Prozent der niedrigste Wert der vier Runden.
Was die Tabelle trägt und was nicht. Die Zahlen stützen eine enge Lesart: Der Sprung bei starken Preiserwartungen im Juni hat sich teilweise zurückgebildet, und die Erwartungen an die Wirtschaft bleiben weit schwächer als im Frühjahr. Eine Erklärung für beide Bewegungen bietet die Veröffentlichung nicht, und eine Umfrage, die zwischen Anfang August und Anfang September per Post beantwortet wurde, lässt sich keinem einzelnen Ereignis in diesem Zeitraum zuordnen.
Quelle: Bank of Japan, „Results of the 107th Opinion Survey on the General Public's Views and Behavior (September 2026 Survey)“ — http://www.boj.or.jp/en/research/o_survey/ishiki2610.htm