ADB sieht Entwicklungsasien bei 5 Prozent, El Niño erhöht Preisrisiken
Die Asiatische Entwicklungsbank erwartet, dass sich das Wachstum in Entwicklungsasien und dem Pazifik von 5,5 Prozent 2025 auf 5 Prozent in diesem Jahr abschwächt und 2027 leicht auf 5,1 Prozent anzieht. Das geht aus ihrem Asian Development Outlook vom September hervor, veröffentlicht am 23. September. Der Wert für 2026 liegt 0,1 Prozentpunkte über dem Juli-Update. Die Bank verweist auf kräftige Investitionen, staatliche Konjunkturhilfen und Technologieexporte im globalen KI-Investitionszyklus, während geopolitische Spannungen und ein stärker werdendes El Niño Energie- und Nahrungsmittelpreise nach oben treiben.
Bei den Preisen senkte die ADB ihre regionale Inflationsprognose für 2026 auf 4,2 von 4,3 Prozent, weil Maßnahmen zur Preisstabilisierung die anhaltend hohen Energiepreise teilweise ausgleichen, und hob die Prognose für 2027 leicht auf 3,5 von 3,4 Prozent an. Beide liegen über den 3 Prozent von 2025.
Das regionale Bild ist uneinheitlich. Für Südostasien steigen die Prognosen nach einem stärkeren ersten Halbjahr auf 4,7 Prozent für 2026 und 4,9 Prozent für 2027; für Ostasien einschließlich Chinas bleibt der Ausblick unverändert. Für Südasien wird das Wachstum 2026 auf 6,4 von 6 Prozent angehoben, getragen von öffentlichen Investitionen und Exporten Indiens, der Wert für 2027 um 0,2 Punkte auf 6,5 Prozent gesenkt. Kaukasus sowie Zentral- und Westasien werden in beiden Jahren um 0,1 Punkte auf 3,7 und 4,1 Prozent zurückgenommen, vor allem wegen schwächerer Auslandsnachfrage, besonders in der Türkei. Der Pazifik verzeichnet mit 0,3 Punkten in beiden Jahren die größten Abstriche, auf 3 und 2,9 Prozent.

Was das bedeutet
Beide genannten Hauptrisiken wirken über Preise. Ein breiterer Konflikt im Nahen Osten oder ein verschärfter Krieg in der Ukraine würde Energie teuer und schwankend halten; ein sehr starkes El Niño, das die ADB bis ins erste Quartal 2027 erwartet, würde den Energiebedarf erhöhen und Ernten wie Wasserkraft schmälern. ADB-Präsident Masato Kanda sagte es direkt: Nahrungs- und Energiepreise steigen, und die Verwundbarsten trifft es am stärksten.
Für die Währungen und Notenbanken der Region zählt die Kombination mehr als die Wachstumszahl. Das Bild der ADB selbst ist Wachstum um 5 Prozent bei Inflation über 4 Prozent und Risiken auf der Angebotsseite, und der Bericht nennt eine scharfe Korrektur KI-bezogener Aktienbewertungen und straffere Finanzbedingungen als weitere Abwärtsrisiken. Das sind Prognosen und Einschätzungen der ADB, hier als solche wiedergegeben - sie sind der Maßstab, an dem sich Finanzministerien und Notenbanken der Region in den kommenden Monaten messen lassen.